Schwitzen for nothing: In der Vorrunde der Fußball-Bezirksliga, wie hier das Duell der Drakenburger gegen Inter Komata Nienburg, werden einige Partie ausgetragen, ohne dass es im Grunde dabei um etwas geht. Foto: Keßler

Schwitzen for nothing: In der Vorrunde der Fußball-Bezirksliga, wie hier das Duell der Drakenburger gegen Inter Komata Nienburg, werden einige Partie ausgetragen, ohne dass es im Grunde dabei um etwas geht. Foto: Keßler

Nienburg 17.10.2021 Von Philipp Keßler

Meinung: Wie langweilig ist das denn, bitte?

Sportredakteur Philipp Keßler über den Corona-Modus der Fußball-Bezirksliga

Hin- und Rückspiel gegen alle Mannschaften, 30 Spieltage und am Ende steigen Teams auf oder andere ab. So simpel funktioniert der Liga-Modus in vielen Sportarten. Kein Schnickschnack mit künstlicher K.o.-Meisterrunde oder Play-offs.

Diejenigen, die über die gesamte Spielzeit gut performen, werden am Ende belohnt und die Schlechtesten müssen eine Klasse runter. Aber vor allem: Jede Begegnung zählt, jeder Punkt kann im Auf- oder Abstiegsrennen entscheidend sein. Das macht den Reiz dieses Modus aus, der altbewährt seit vielen Jahrzehnten stets für Spannung sorgt.

Besonders nach zwei coronabedingten abgebrochenen Spielzeiten in Folge war die Sehnsucht nach dieser Spannung groß. Es sieht danach aus, als ob endlich wieder alles seinen gewohnten Gang nimmt. Nur in einer Liga herrscht für das Gros der Mannschaften bereits seit einigen Wochen gähnende Langeweile: In der Fußball-Bezirksliga. In einer Vorrunde müssen die Teams aktuell ausspielen, wer von ihnen in die Auf- und wer in die Abstiegsrunde muss.

Welche Mannschaften das sind, hat sich in beiden Staffeln mit Kreis-Nienburger Beteiligung schon früh herauskristallisiert. Während die Top drei um die Tickets für die Aufstiegsrunde ringen, dümpelt der Rest der Liga vor sich hin. Für den SV Inter Komata Nienburg, den VfL Münchehagen oder auch den TuS Drakenburg war, wenn man ganz ehrlich ist, schon in der Sommerpause klar, dass es für ganz oben nicht reichen wird. Das hat sich im Laufe der ersten Wochen dann auch bewahrheitet.

Weite Reisen, wenig Sinn

Nun geht es für die Kicker Sonntag für Sonntag – und das noch bis Mitte November – weiterhin nach Wagenfeld, nach Lemförde, Rinteln oder Enzen, ohne dass es dabei genau genommen um irgendetwas geht. Punkte werden aus dieser Vorrunde keine mit in die entscheidenden Auf- oder Abstiegsrunden genommen. Wie langweilig ist das denn, bitte? Mut macht lediglich, dass es im kommenden Frühjahr richtig spannend wird, aber bis dahin sind noch einige Spiele zu spielen, die mehr dem Charakter von Testspielen ähneln.

Was dieser neuartige Corona-Modus im Bezirk soll, ist mir fraglich. Bei einem erneuten Abbruch im Herbst hätte man mit den zu Buche gebrachten Resultaten ebenso wenig anfangen können und die Teams reisen ja trotzdem quer durch zwei Landkreise. Der übliche Spielmodus wäre die richtige Wahl gewesen, um wieder zurück zur Normalität zu finden. Bleibt zu hoffen, dass die Saison 2022/23 wieder ihren gewohnten Gang nimmt.

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Erstellt:
17. Oktober 2021, 13:47 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 14sec

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