Nienburg 06.03.2018 Von Die Harke

Wie schafft man es, ständig wachsam zu sein?

Neue Gruppe von Bezugspersonen an Zöliakie erkrankter Kleinkinder und von betroffenen Erwachsenen in Nienburg

Ein Elternpaar gründet in Kürze mit Unterstützung der [DATENBANK=1277]KIBIS[/DATENBANK], Selbsthilfe-Kontaktstelle des Paritätischen Nienburg, eine Elterngruppe von Kindern im Kleinkind- oder Grundschulalter mit betroffenen Erwachsenen, die an Zöliakie erkrankt sind. Gruppentreffen sind 14-täglich am Freitagnachmittag in Nienburg vorgesehen. Das Kind der Initiatoren ist drei Jahre. Angefangen hat es mit dem aufgeblähten Bauch. Nach und nach wurde es immer träger und müder, wollte nicht mehr spielen, nur sitzen. „Wir sind von einem Arzt zum anderen gegangen. Trotz zahlreicher durchgeführten Untersuchungen und verordneter Medikation ist keine Verbesserung des Zustandes eingetreten“, beklagen die Eltern.

Während eines Krankenhausaufenthaltes aufgrund einer zu behandelnden Lungenentzündung machten die Eltern noch einmal auf den aufgeblähten Bauch aufmerksam. Die ersten Untersuchungen folgten. Vermutet wurde die Krankheit Zöliakie.

Erst nach weiteren gezielten Untersuchungen stand das Ergebnis fest. Das Kind leidet an einer lebenslang bestehenden Zöliakie. Zuhause sei das Achten beziehungsweise Weglassen von glutenhaltigen Stoffen einigermaßen handhabbar. Auf Feiern oder Festen und im Kindergarten sei das schon schwieriger. Überall, auch in Spielmaterialien, wie in Knete, seien glutenhaltige Stoffe enthalten.

In der neuen Selbsthilfegruppe soll es um folgende Themen gehen: Wie gehen andere Eltern mit der Erkrankung ihres Kindes um, welche Sorgen, Nöte und Ängste beschäftigen sie? Wie gehen sie mit der Belastung um, permanent wachsam sein zu müssen, zu beachten, welches Lebensmittel gefährlich sein könnte? Wie ertragen sie es, kaum am richtigen Leben teilnehmen zu können, sich durch die Krankheit eingeschränkt und außen vor zu fühlen?

Von erwachsenen Betroffenen erhoffen sich die Initiatoren Antworten auf die Frage, was die Zukunft bringt, was noch auf sie zukommt, zum Beispiel, wenn das erkrankte Kind auf Klassenfahrt geht und wie der Verlauf im Jugend- und jungen Erwachsenenalter aussehen kann.

Wer Interesse an einem Austausch mit Gleichbetroffenen hat, wende sich Dienstag von 9 bis 12 Uhr und Donnerstag von 15 bis 17 Uhr an KIBIS, (05021) 973525, E-Mail selbsthilfe.nienburg@paritaetischer.de.

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Erstellt:
6. März 2018, 21:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 1min 59sec

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