Edda Hagebölling DIE HARKE

Edda Hagebölling DIE HARKE

Nienburg 17.08.2019 Von Edda Hagebölling

Wie schön

Beteiligung an den Pflegekosten erst bei einem Einkommen ab 100.000 Euro, 100 Euro mehr für den Lehrer, der sich bereit erklärt, an einer Dorfschule zu unterrichten.

Obwohl beide Zahlen überhaupt nichts miteinander zu tun haben, lassen Sie mich doch – mal wieder – an meinem – vermeintlich – gesunden Menschenverstand zweifeln. Es soll also den Angehörigen nur dann zugemutet werden, sich an den Pflegekosten für ihre Angehörigen zu beteiligen, wenn sie mehr als 100.000 Euro im Jahr verdienen? Und man glaubt wirklich, für monatlich 100 Euro mehr kommt eine Lehrkraft aufs Land?

Den Angehörigen, die weniger als 100.0000 Euro im Jahr auf dem Gehaltskonto – immerhin offenbar 90 Prozent der Betroffenen – sei das natürlich von Herzen gegönnt. Aber mit Verlaub: Woher kommt denn dann das Geld? Aus dem Sozialetat? Aus höheren Pflegekassenbeiträgen? Also am Ende wieder einmal von allen, die brav ihre Steuern zahlen. Irgendwie nicht gerecht, oder? Sollte es nicht auch schon bei 80.000 Euro möglich sein, einen Teil für die Pflege der Angehörigen zu erübrigen?

Möglicherweise ist aber auch das höhere Mathematik, und wer ist schon ein Mathe-Ass? Vor Ort sorgt gerade der Lärmaktionsplan der Stadt Nienburg für Gesprächsstoff. Zur Diskussion stand, die Wölper und die Celler Straße zumindest nachts zu Tempo-30-Zonen zu erklären.

Tempo 70 soll nach dem Willen der Stadt zudem für die Umgehungsstraße zwischen den Anschlussstellen Nienburg Nord und Nienburg Süd gelten. Also auch in diesem Fall genau die Bereiche, in denen ganz viele Menschen wohnen. Der Ortsrat Erichshagen-Wölpe hat sich gegen Tempo 30 ausgesprochen. Schade. Mit einer solchen Aktion hätte Politik deutlich signalisiert: die Welt gehört nicht allein den Autos. Wie das Votum wohl ausgefallen wäre, wenn man im Vorfeld die Menschen gefragt hätte, die direkt an diesen Straßen wohnen?

Ruckzuck umgesetzt wurde dagegen das Projekt Seniorenbänke. Zwischen Juni 2018 und Juli 2019 sind in Nienburg und den Ortsteilen auf Initiative der Bürgerstiftung insgesamt 18 Bänke aufgestellt worden, die zum Verweilen oder zum Atem holen einladen. So schnell kann‘s gehen, wenn alle an einem Strang ziehen.

Wie einfach es auch im Kleinen sein kann, zur Verschönerung des Ortsbildes beizutragen, macht Dorothea Mettchen deutlich. Sie hat einfach für drei, vier Euro Blumensamen gekauft und in ihrer Umgebung in die Baumscheiben eingearbeitet. Wie schön.

Zum Abschluss noch kurz ein Hinweis in eigener Sache: auch in dieser Ausgabe haben wir noch einmal zwei Seiten für die zahlreichen Ferienspaß-Aktionen reserviert, die überall im Kreis stattgefunden. Ob das auch in der kommenden Ausgabe noch einmal möglich sein wird, steht noch nicht fest.

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Erstellt:
17. August 2019, 21:51 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 21sec

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