Nienburg 19.10.2017 Von Die Harke

Wie und wo Freiwillige zu finden sind

Die Freiwilligenagentur Nienburg informierte in leichter Sprache über ihr Beratungsangebot

„Was ist ein Ehrenamt?“ „Wo kann man ein Ehrenamt machen?“ Auf diese und weitere Fragen zum ehrenamtlichen Engagement bekamen die Mitarbeitenden der Werkstätten der [DATENBANK=336]Lebenshilfe[/DATENBANK] bei einem Vortrag in den Räumen der Lebenshilfe am Schäferhof konkrete Antworten in leichter Sprache. Das teilt die Agentur in einer Pressemeldung mit. Darin heißt es: „Die [DATENBANK=3857]Freiwilligenagentur Nienburg[/DATENBANK] stellte zunächst sich und ihre Arbeit vor und freute sich über die rege Beteiligung: Fast zwanzig Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hatten sich im Vorfeld für die Veranstaltung angemeldet. Durch den Sozialdienst der Werkstätten wurde ein Fahrdienst organisiert, sodass auch Mitarbeiterinnen aus den Außenstellen der Lebenshilfe an dem Vortrag der Freiwilligenagentur teilnehmen konnten.“

[DATENBANK=2965]Franziska Gorgas[/DATENBANK] von der Freiwilligenagentur betont: „Mich hat besonders gefreut, dass so viele Mitarbeiterinnen unserer Einladung gefolgt sind und einige bereits signalisiert haben, dass sie sich für ein Ehrenamt interessieren.“ Aufgrund der unerwartet hohen Anzahl an Teilnehmenden sei ein kurzfristiger Umzug nötig gewesen – in die Turnhalle der Lebenshilfe. Der Raum habe sich perfetk für den Vortrag geeignet, da dieser auch mit einer Präsentation und einem Video unterstützt wurde und in der Turnhalle eine große Wand zur Verfügung stand.

Damit auch Mitarbeitende mit Lernschwierigkeiten die Inhalte gut verstehen konnten, war der Vortrag von der Freiwilligenagentur in leichter Sprache vorbereitet worden. „Menschen mit Lernschwierigkeiten“ das ist die Bezeichnung, die von „Mensch zuerst – Netzwerk People First Deutschland“, einer Interessensvertretung von Menschen mit intellektueller Beeinträchtigung, offiziell gefordert wird.

„Die Bezeichnung ‚geistig behindert‘ halten sie für diskriminierend und nicht zeitgemäß. Dieser Auffassung hat sich die Freiwilligenagentur Nienburg angeschlossen. Doch nicht nur Menschen mit Lernschwierigkeiten waren bei dem Vortrag interessiert daran, mehr über ein Ehrenamt zu erfahren, sondern auch Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen“, schreibt die Agentur weiter.

„Wir finden es wichtig, dass jeder Mensch die Möglichkeit hat, in einem Bereich seiner Wahl freiwillig tätig zu werden. Unabhängig von einer Krankheit oder Beeinträchtigung“, erläutert Gorgas. Dies erfordere eine hohe Motivation und Bereitschaft aller Beteiligten, das heißt nicht nur des Ehrenamtlichen, sondern auch von der Freiwilligenagentur und vor allem von Seiten des Einsatz-Ortes, an welchem das Engagement stattfindet.

Die UN-Behindertenrechtskonvention

„Die 2009 in Deutschland in Kraft getretene UN-Behindertenrechtskonvention beschreibt, dass allen Menschen die Möglichkeit der aktiven Teilhabe an der Gemeinschaft gegeben werden soll. Für uns bleibt es aber nicht nur bei der Teilhabe, bei einem inklusiven Ehrenamt handelt es sich vor allem um Teilgabe. Menschen mit Beeinträchtigungen, die in ihrem Leben häufig nur Empfänger von Hilfe sind, können auch Hilfe geben.

Dafür braucht es von Grund auf inklusive Strukturen und die Bereitschaft, Verschiedenheit nicht nur auf dem Papier zu unterstützen, sondern im echten Leben“, erläutert die Mitarbeiterin der Freiwilligenagentur den Inklusions-Gedanken. Ein erster Schritt in die Richtung sei bereits getan – und es hätten sich bereits drei Menschen gemeldet, die in einem individuellen Beratungsgespräch auf die Suche nach einem passenden Engagement gehen möchten.

Außerdem lädt die Freiwilligenagentur für den 16. November wieder zum Ehrenamtlichen-Café ab 15 Uhr in das Naturfreundehaus ein. Neben dem allgemeinen Austausch sollen die Themen Inklusion im Ehrenamt sowie das freiwillige Engagement mit und von Geflüchteten sein.

Um Anmeldungen unter Telefon (05021) 87267 oder per E-Mail an freiwilligenagentur@nienburg.de bis zum 9. November wird gebeten.

„Selbstverständlich sind Menschen mit Beeinträchtigung genauso willkommen, wie Menschen mit Zuwanderungsgeschichte“, schreibt die Agentur, weist allerdings auch darauf hin, dass die Räume des Naturfreundehauses nicht barrierefrei zu erreichen sind.

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Erstellt:
19. Oktober 2017, 21:00 Uhr
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