Die Trecker sammeln sich in Marklohe für die Fahrt nach Hannover Foto: Landvolk Diepholz

Die Trecker sammeln sich in Marklohe für die Fahrt nach Hannover Foto: Landvolk Diepholz

Landkreis 28.05.2020 Von Die Harke

Wieder Treckerkonvois

Landwirte protestieren in Hannover gegen Bundesumweltministerin

Zahlreiche Landwirte haben sich am Donnerstag in einem Treckerkonvoi auf den Weg nach Hannover gemacht. Dort wollten sie vor der SPD-Zentrale gegen Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) protestieren.

Wie das Landvolk Diepholz berichtet, gehörte auch der Asendorfer Landwirt Lüder Hartmann zu den Protestierenden: „Wir Landwirte pflegen die Natur und die Kulturlandschaft. Wir zerstören sie nicht“, sagt Hartmann.

Er ist zusammen mit Berufskollegen auf 30 Traktoren zum Sammelpunkt nach Marklohe an der Bundesstraße 6 gekommen. Bereits am frühen Morgen waren die Trecker in Rehden und Syke gestartet. Hinter Nienburg trafen sie sich mit Landwirten aus Rotenburg und Verden, um dann Hannover anzusteuern.

„Frau Schulze hat in ihrem Bericht zur Lage der Natur einseitig der Landwirtschaft die Schuld an allen Problemen gegeben. Weitere Faktoren kommen bei ihr nicht vor. Das können wir so nicht stehen lassen“, sagt Hartmann. Wie er fordert das Aktionsbündnis der Bauern „Land schafft Verbindung“, dass der Rückgang der Biodiversität ganzheitlich betrachtet werden solle. Bundesweit wurde daher gestern zur Demonstration in vielen Städten ausgerufen.

Versiegelung durch Straßen und Häuser sei ebenso ein Problem für die Artenvielfalt wie Verkehrsemissionen und Lichtverschmutzung. „60 Hektar verschwinden täglich bundesweit und sind für die Natur verloren. Das ignoriert Frau Schulze anscheinend bewusst“, formuliert es das Landvolk.

Statt als notorische Umweltsünder wollten die Bauern wahrgenommen werden als diejenigen, die jeden Tag versuchen würden, Nahrungsmittelproduktion und Erhalt der Umwelt in Einklang zu bringen.

Neben der SPD war auch der Naturschutzbund NABU ein Ziel der protestierenden Landwirte. Hier verorten die Bauern eine gezielte Stimmungsmache gegen die Landwirtschaft. Zudem sei der derzeitige Staatssekretär im Bundesumweltministerium, Jochen Flasbarth, jahrelang Bundesvorsitzender des NABU gewesen.

Aus Sicht der Landwirte sei eine „unangemessene Verstrickung von Politik und Lobbyismus. „Wir wollen ehrlichen Natur- und Umweltschutz, der nachhaltig für Umwelt, Gesellschaft und für unsere Betriebe ist“, heißt es in einem Positionspapier von „Land schafft Verbindung“ zur bundesweiten Demo.

„Vielleicht gelingt es uns, trotz der notwendigen Maßnahmen wegen Corona, mit den Menschen in der Stadt ins Gespräch zu kommen“, hofft Sven Schlemermeyer aus Wietzen. Der Landwirt setzte auf Dialog-Aktionen vor Supermärkten und auf öffentlichen Plätzen.

Ob die Schutzmaßnahmen gegen die Pandemie dies diesmal aber zulassen, könne er noch nicht abschätzen. Der Eindruck bleibe aber, die Bauern wollten gehört werden und wollten sich nicht alles gefallen lassen.

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Erstellt:
28. Mai 2020, 18:29 Uhr
Lesedauer:
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