Minden / Südkreis 05.01.2017 Von Die Harke

Wieder mehr Babys in Minden geboren

Standesamt verzeichnet 1894 neugeborene Kinder in 2016 – das sind 132 mehr als im Vorjahr / Vornamen Sophie und Liam am beliebtesten

Wieder wurden mehr Babys in Minden geboren. Das geht aus der Statistik 2016 des städtischen Standesamtes hervor. 1894 neu geborene Kinder – 906 Mädchen und 988 Jungen – verzeichneten die Standesbeamtinnen im vergangenen Jahr und stellten dafür Urkunden aus. 2015 waren es 132 Babys weniger (1762). „Nur rund die Hälfte aller Neugeborenen wächst auch in Minden auf, die andere Hälfte der Eltern kommt im Schwerpunkt aus umliegenden Städten und Gemeinden“, weiß der Leiter des Bereiches Bürgerdienste, Helmut Kruse. Auch viele Südkreislerinnen fahren zur Entbindung in den Nachbarkreis. Die hohe Zahl an gebürtigen Mindenern sei vor allem mit dem Standort des Johannes Wesling Klinikums begründet. Ein so genannter „Personenstandsfall“ werde immer dort beurkundet, wo das Ereignis stattgefunden hat – unabhängig vom Wohnsitz der Person.

Seit Jahren steigt die Zahl der Geburten in Minden. So verzeichnete das Standesamt Ende 2006, also vor einem Jahrzehnt, 1447 Neugeborene. „Eine Steigerung bei der Beurkundung der Geburten um 30 Prozent innerhalb von zehn Jahren“, fasst die Koordinatorin des Standesamtes, Bettina Reinking, zusammen.

Die Hälfte aller Eltern kommt von außerhalb

Und nicht nur die Menge der deutlich gestiegenen Geburten, auch die Fälle an sich stellen die Standesbeamtinnen oft vor Herausforderungen. „Durch Zuwanderung und eine damit höhere Zahl an Menschen mit Einwanderungsgeschichte in unserer Stadt, kommt es wesentlich häufiger vor, dass die Eltern der neu geborenen Kinder selbst keine Urkunden – weder zu ihrer Geburt noch zur Heirat – haben“, so Reinking.

Die Eltern werden dann gebeten, Urkunden aus ihrem Heimatland zu beschaffen, was sich aber vor allem in Ländern wo Krieg herrscht oder es Krisen gibt oft schwierig gestaltet oder gar unmöglich ist. Können die Eltern ihre Identität nicht eindeutig nachweisen, erfolgt zunächst eine eingeschränkte Geburtsbeurkundung. Bei späterer Vorlage von Urkunden seitens der Eltern wird der einschränkende Vermerk aufgehoben - oftmals durch eine gerichtliche Entscheidung. Der Umstand, dass viele Heiratsurkunden bei Menschen, die geflüchtet sind, nicht vorliegen, aber auch immer mehr unverheiratete Paare Eltern werden, führt zu deutlich mehr Vaterschaftsanerkennungen. Diese werden ebenfalls im Standesamt bearbeitet. 212 Männer haben in Minden ihre Vaterschaft im Jahr 2016 anerkannt. 2015 waren es 191 und vor zehn Jahren „nur“ 24.

Auch die Vornamensstatistik hat das Standesamt Minden veröffentlicht: In den top Zehn der beliebtesten Mädchen-Vornamen 2016 finden sich gleich acht, die auch in der Bundesliste geführt werden, bei den Jungen sind sieben identisch. Ungekrönte Königin der Vornamen in der Weserstadt ist bereits im zweiten Jahr Sophie. 40-mal wurde dieser Vorname 2016 in die Geburtsurkunde eingetragen. 2015 wurde Sophie 36-mal gewählt. Marie ist seit Jahren sehr beliebt, „was auch daran liegt, dass dieser oft als Zweitname vergeben wird“, weiß die Koordinatorin im Standesamt, Bettina Reinking. 2016 kommt dieser Vorname mit 32 Nennungen auf Platz zwei vor Emma (24), Emilia und Mila (je 18 Nennungen). Es folgt Sophia, die 16-mal als Vorname für in Minden geborene Mädchen gewählt wurde. Die Plätze sieben bis zehn belegen beim weiblichen Nachwuchs in der Liste des Standesamtes Charlotte (13 Nennungen), Anna (zwölf), Hanna und Lena (beide elf). Hannah, Lea, Maria und Mia folgen mit je zehn Nennungen sowie Amelie, Emily, Laura und Lotta mit je neun.

Überraschungssieger Liam, Klassiker Sophie

Die Liste der Mindener Jungen wird von einem Überraschungssieger angeführt: Liam. Dieser Name tauchte in den top Zehn 2015 nicht auf, wurde 2016 aber 23-mal als Vorname gewählt, knapp gefolgt von Elias mit 22 Nennungen. Die Plätze drei bis fünf belegen in der Liste des städtischen Standesamtes Jonas (18), Ben (16) und Vorjahresspitzenreiter Noah (15). Je 13-mal gewählt wurden die Vornamen Maximilian und Paul. Je zwölf Nennungen gab es 2016 für Felix, Linus, Luca und Milan. Auf den weiteren Plätzen folgen Emil und Leon (je elf), sowie Alexander und Max (je zehn). Häufiger vergeben wurden von Eltern auch die Vornamen Hannes, Henry, Joel und Lukas mit je neun Nennungen. Beliebt waren zudem Jan, Joris, Levi, Lias, Mats und Theo (je acht Nennungen).

Wie bereits in den vergangenen Jahren gaben die meisten Eltern ihren Babys nur einen Vornamen. 462 der insgesamt 1894 beurkundeten Kinder tragen zwei und immerhin 31 Kinder drei Vornamen. Mehr als drei Vornamen wurden 2016 nicht vergeben.

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Erstellt:
5. Januar 2017, 21:00 Uhr
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