Weil Wiesenhof seinen Standort Holte aufgegeben hat, verliert der Kreisverband für Wasserwirtschaft einen Großkunden bei der Schmutzwassereinleitung. Deshalb steigen die Gebühren im Bereich des Wasserverbands „Am Sandkamp“ deutlich. Foto: Lachnit

Weil Wiesenhof seinen Standort Holte aufgegeben hat, verliert der Kreisverband für Wasserwirtschaft einen Großkunden bei der Schmutzwassereinleitung. Deshalb steigen die Gebühren im Bereich des Wasserverbands „Am Sandkamp“ deutlich. Foto: Lachnit

Landkreis 18.12.2020 Von Die Harke

Wiesenhof-Aus macht Abwasser teurer

Kreisverband: „Kostensteigerungen nicht hausgemacht“ / Flächendeckende Preiserhöhungen bei Trinkwasser

Ab dem neuen Jahr wird das Trinkwasser in den vom Kreisverband für Wasserwirtschaft betreuten Verbandsgebieten teurer. Zum Teil erhöht sich auch der Schmutzwasserpreis. Drastisch fällt diese Preiserhöhung im Bereich des Wasserverbands „Am Sandkamp“ aus: Dort sind künftig 30 Prozent mehr für die Abwasseraufbereitung zu zahlen. Das hat der Kreisverband gestern mitgeteilt.

Die für die Preiserhöhungen verantwortlichen Kostensteigerungen seien nicht hausgemacht, schreibt der Kreisverband in einer Pressemitteilung: Beim Trinkwasser verdoppele das Land flächendeckend die Wasserentnahmegebühr für die Versorgungsunternehmen. Mit den Mehreinnahmen soll die Landwirtschaft bei der Umsetzung von Arten- und Naturschutzvorschriften unterstützt werden. Dadurch und um gegebenenfalls aufgelaufene Unterdeckungen in den Verbänden auszugleichen, erhöhen sich die Trinkwasserpreise wie folgt:

Wasserverband „An der Führse“: plus 8 Cent/Kubikmeter; Wasserverband „Am Sandkamp“: plus 10 Cent, Wasserverband Nienburg-Süd: plus 12 Cent; Wasserbeschaffungsverband Wietzen: plus 21 Cent (der Verband hatte den Preis zwischenzeitlich um 20 Cent gesenkt), Wasserversorgungsbetrieb Stolzenau: plus 5 Cent.

Der Schmutzwasserpreis steigt im Bereich der Samtgemeinde Mittelweser und im Bereich des Wasserverbands „Am Sandkamp“. In der Samtgemeinde Mittelweser hatte es – erstmals seit Jahren – bereits Anfang 2020 eine Preiserhöhung gegeben. Doch im Lauf des Jahres habe sich gezeigt, dass sie nicht ausreichte, um steigende Kosten unter anderem für Investitionen, Energie und Schlammabfuhr auszugleichen. Um kein Defizit aufzubauen, werde das Schmutzwasser ab 1. Januar erneut teuer: Künftig müssen pro Person und Jahr 156 Euro (statt 146,40 Euro) bezahlt werden.

Drastischer fällt die Abwasser-Preiserhöhung im Bereich des „Sandkamp“-Verbandes aus: Hier steigt der Preis von 120 Euro auf 156 Euro pro Person und Jahr (der Grundpreis von 78 Euro im Jahr pro Grundstück bleibt unverändert).

Hintergrund der Preiserhöhung ist die Schließung der Geflügelschlachterei Wiesenhof in Holte: „Als einziges industrielles Großunternehmen im Verband hatte der Wiesenhof-Betrieb einen großen Teil der Schmutzwasserkosten getragen. Nach der Schließung wirken sich die erheblichen Infrastrukturkosten (lange Leitungswege und viele Pumpanlagen bei geringer Anschlussdichte) umso stärker auf die Privathaushalte aus“, teilt der Kreisverband abschließend mit.

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Erstellt:
18. Dezember 2020, 17:30 Uhr
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