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25.02.2020 Von Alan Smithee

Wieso Genießer länger leben

Genuss ist eine essenzielle Sinneserfahrung. Sogar so essenziell, dass sie das Leben verlängern kann. Zu diesem Schluss kam eine Studie schon im Jahr 2016. Jetzt bestätigen neuere Untersuchungen die damals gewonnenen Erkenntnisse.

Hier und da ein Glas Wein. Ab und zu eine gute Zigarre und zum Kaffee immer mal wieder ein Stück Schokolade. Dass Genussmittel wie Alkohol und Süßes das Leben nicht unbedingt verlängern, hat jeder schon mal irgendwo gehört. Viele Forscher sprechen sich mittlerweile aber gegen den absoluten Verzicht aus und betonen, dass Genusserfahrungen die Zufriedenheit steigern und dadurch die Gesundheit fördern.

Rein statistisch betrachtet, erhöht Lebensfreude die Lebenserwartung. Andrew Steptoes Studie Sustained enjoyment of life and mortality at older ages: analysis of the English Longitudinal Study of Ageing bewies diesen Zusammenhang bereits vor Jahren. Er dokumentierte an zufriedenen Senioren im Vergleich zu unzufriedenen Gleichaltrigen einen fast doppelt so guten Gesundheitszustand. Der Zusammenhang zwischen Gesundheit und positiven Emotionen war für den Forscher damals nichts Neues. Seine Studie aber gab erstmals klare Zahlen zum Einfluss auf die Sterbewahrscheinlichkeit an. Um 24 Prozent soll Lebensfreude letztere reduzieren.

Männer, die sich trotz hartem Arbeitsalltag regelmäßig um Entspannung bemühen, haben erwiesenermaßen ein reduziertes Risiko für Herzkreislauferkrankungen. Das ist sogar dann der Fall, wenn sie von Zeit zu Zeit am liebsten bei einer Zigarre und einem geistigen Getränk entspannen.

Gibt es Genussmittel wie Schokolade bald auf Rezept?

Ob man mit einem Genießer-Leben wohl genauso lange hat wie mit „Obst und Gemüse fünfmal am Tag“? Fest steht mittlerweile zumindest, dass viele oft kritisierte Genussmittel bei gelegentlichem Konsum gesundheitsförderlich sind. Das gilt beispielsweise für Kaffee und Schokolade. Um letztere ging es beispielsweise in einer im European Journal of Nutrition erschienen Studie, die im Jahr 2018 die Auswirkungen von Schokoladenkonsum auf Erkrankungen wie Schlaganfall untersuchte. Die Studienautoren aus Deutschland, Österreich und Polen fassten damals zusammen, dass Menschen mit hohem Schokoladenverzehr ein umso niedrigeres Erkrankungsrisiko besitzen. Ähnlich steht es um Kaffee, der sich in zahlreichen Beobachtungsstudien der Vergangenheit als echtes Allheilmittel entpuppt hat. Positive Effekte wurden beispielsweise bei Diabetes, Depression, Alzheimer und Gicht beobachtet.

Auf das Maß kommt es an

Dass täglich maßloser Genuss von Alkohol, Tabak, Süßigkeiten und Kaffee keine positiven Auswirkungen haben kann, bleibt unumstritten! Von Genusserfahrungen kann im Grunde aber auch nicht mehr die Rede sein, wenn man es damit übertreibt. Was ein Genuss bleiben soll, leistet man sich höchstens ab und zu, um sich etwas zu gönnen. Wer in Sachen Genussmittel auf maßvollen Konsum setzt, muss kein schlechtes Gewissen haben und je weniger man die Erfahrung bereut, desto zufriedener macht sie. Wer das eigene Leben per Genuss verlängern will, fährt genau damit am besten.

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Erstellt:
25. Februar 2020, 07:53 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 18sec

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