Manfred Kettel an der Wetterstation, die die Landwirtschaftskammer in Wietzen unterhält. Foto: Archiv Hagebölling

Manfred Kettel an der Wetterstation, die die Landwirtschaftskammer in Wietzen unterhält. Foto: Archiv Hagebölling

Landkreis 29.03.2020 Von Edda Hagebölling

Winter 2019/2020: Zu nass und zu warm

Wetterexperte Manfred Kettel hat für die HamS die Monate Dezember, Januar und Februar analysiert

„Klar, der Regen war wichtig, doch in der Menge war es auch schon wieder zu viel des Guten.“ Derjenige, der genau weiß, wie der Winter 2019/2020 verlaufen ist, ist Manfred Kettel. DIE HARKE am Sonntag hat den Mitarbeiter der Landwirtschaftskammer in Nienburg gebeten, einmal zurückzublicken auf die zurückliegenden Monate.

Der Winter – also die Monate Dezember, Januar und Februar – war zu nass und zu warm. Das geht aus Kettels Aufzeichnungen eindeutig hervor. Allein im Februar seien 120 Liter Niederschlag gefallen. Üblich sind 53 Liter.

Das wiederum hatte zur Folge, dass das Wasser besonders auf den schwereren Böden wochenlang auf den Feldern stand. Entsprechend schwierig war es für die Landwirte, die Felder für die bevorstehende Saison vorzubereiten. Eigentlich hätte das Saatbett vorbereitet werden müssen für das Einsäen der Sommerkulturen wie Zuckerrüben, Getreide und Leguminosen.

Beträgt die durchschnittliche Temperatur in den Monaten Dezember, Januar und Februar 2,1 Grad, lag sie jetzt bei 5,6 Grad.

Was Wetterexperte Manfred Kettel auch belegen kann: Der Winter war sehr warm. Beträgt die durchschnittliche Temperatur in den Monaten Dezember, Januar und Februar 2,1 Grad, lag sie jetzt bei 5,6 Grad. Ein Wert, der Kettel an das Jahr 2007 erinnert. Damals wurden ähnlich hohe Werte registriert.

Die relativ hohen Temperaturen haben wiederum zur Folge, dass Schädlinge wie die Blattlaus im Getreide überwintert hat. Zu erkennen war das zum Beispiel daran, dass sich in der Wintergerste gelbe Nester gebildet hätten. Mit dem Ergebnis, dass die Felder teilweise noch einmal umgebrochen werden mussten.

Der Regen hatte allerdings auch Vorteile: Kettel geht davon aus, dass es deutlich weniger Feldmäuse gibt, als im vergangenen Jahr.

Und noch eine richtig gute Nachricht: Das Steinhuder Meer ist wieder voll. Eine Tatsache, die sowohl den Tourismus als auch die Ökologen freuen dürfte. Und auch den Segler Manfred Kettel.

Der Mitarbeiter der Landwirtschaftskammer hatte unlängst an der Steinhuder-Meer-Konferenz teilgenommen und damit Informationen über den Zustand des Binnensees aus erster Hand erhalten.

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Erstellt:
29. März 2020, 07:11 Uhr
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