12.01.2014

Winterfütterung mit Sachverstand

NABU: Verteufelung unsinnig / Mehrere kleine Futterplätze einrichten

Nienburg. Zu einer „Winterfütterung mit Sachverstand“ ruft der Naturschutzbund NABU auf. „Traditionell füttern viele Menschen in der kalten Jahreszeit Vögel“, erläuterte Jens Rösler vom NABU Nienburg, „aber wir haben aufgrund der Zunahme der Anfragen den Eindruck, dass sich Futterhäuschen und Co. einer wachsenden Beliebtheit erfreuen.“ Das ist ganz im Sinne des Naturschützers. „Nur wer einen Bezug zur Natur herstellen kann, wird sich für ihre Erhaltung einsetzen. Daher ist die Winterfütterung auch in pädagogischer Hinsicht sehr wertvoll. Außerdem haben dadurch besonders Kinder und ältere Menschen die Möglichkeit, durch Vogelbeobachtung Freude und Verständnis für die Tierwelt zu entwickeln. Eine „Verteufelung“ der Winterfütterung ist daher unsinnig, solange sie mit Sachverstand erfolgt“. „Das gibt eine optimale Beobachtungsmöglichkeit,“ sagt Rösler, „Ich freue mich, dass durch die Winterfütterung so viele Menschen den Bezug zur Natur suchen.“

Grundsätzlich sollten aus Sicht des Naturschützers „keine Massenfutterplätze“ eingerichtet werden, da sie für die Tiere leicht zu Infektionsquellen, insbesondere mit der gefürchteten Salmonellose, werden könnten. Mehrere kleine Futterplätze sind geeigneter: Für alle Meisenarten eignen sich so genannte Futtertrichter am besten, in denen das Futter nachrutschen kann und vor Verschmutzung und Regen geschützt ist. Futterhäuser sind gut geeignet für Amsel, Rotkehlchen, Schwanzmeise, Grünfink, Erlenzeisig, Spatz und Dompfaff. „Wichtig ist, dass das Futterhaus regelmäßig gereinigt wird, am besten mit warmem Wasser, aber ohne Chemikalien“, so Rösler weiter.

Bei der Auswahl des Futters sollte darauf geachtet werden, dass die Ware frisch ist und beispielsweise keine ranzigen Fette verwendet werden. Gerade zu Beginn der Futtersaison sollte im Handel darauf geachtet werden, dass keine abgelaufene Ware des Vorjahres mehr verwendet wird. Menschliche Speisereste sollten tabu sein. Besonders gut bewährt haben sich für die Meisenarten die bekannten Meisenringe und Futterzapfen aus dem Fachhandel, bei denen Nüsse und Sonnenblumenkerne in Talg eingelassen sind. Auch große Talgkolben haben sich als gute Energiespender erwiesen. „Man kann auch selbst Rindertalg in Blumentöpfe gießen, die dann kopfüber aufgehängt werden“, empfahl der Naturschützer.

„Reichhaltig sind im Regelfall die Futtermischungen, die der Handel aus Sonnenblumenkernen, Sämereien und Erdnüssen anbietet, sie werden von den meisten Vogelarten gerne akzeptiert.“ Ergänzend kann ebenfalls im Handel ein spezielles Weichfutter für Weichfresser wie das Rotkehlchen gekauft werden, dem auch Insekten beigemischt sind.

Winterfütterung sollte jedoch vor allem als Ergänzung zu einer möglichst naturnahen Gestaltung des eigenen Umfelds – sprich: des Gartens oder Kleingartens – gesehen werden. Denn bei entsprechender Anlage und Pflege „ist der Garten eine große Futterquelle“, erläutert Rösler. Ein einfaches, einleuchtendes Beispiel sind etwa die Halme von Stauden und Gräsern, die im Herbst und Winter ein bizarres Bild bieten, wenn sie abgestorben sind: Viele von ihnen sind markhaltig oder hohl, und in ihnen überwintern verschiedene Entwicklungsstadien von Insekten. Diese Tiere können von Singvögeln leicht aufgespürt werden. „Eine echte Eiweißbombe für eine Blaumeise, wenn sie eine solche Made findet“, schmunzelt der Naturschützer. Daher sollten solche Halme möglichst im Winter stehen bleiben und erst im Frühjahr abgeschnitten werden, um dann neuen Austrieben Platz zu machen.

Auch in den Ritzen von Trockenmauern, die leicht aus Ziegelsteinen aufzuschichten sind, und natürlich in Reisighaufen, die auch als Igelunterschlupf in keinem Garten fehlen sollten, lässt sich für die Vögel ein reiches Nahrungsangebot finden.

Weiterführende Infos sind in der KOSMOS Sonderausgabe für den NABU „Vögel füttern im Winter“ auf 74 Seiten, Format 11x15 cm, zu finden.

Diese Broschüre kann für fünf Euro plus Versand auch über den NABU Nienburg unter info@NABU-Nienburg.de erworben werden. DH

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Erstellt:
12. Januar 2014, 00:00 Uhr
Lesedauer:
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