VHS-Themenwoche "FLucht und Migration": Junge Flüchtlinge berichteten.

VHS-Themenwoche "FLucht und Migration": Junge Flüchtlinge berichteten.

Nienburg 27.02.2016 Von Edda Hagebölling

„Wir hatten ein gutes Leben“

VHS-Themenwoche Flucht und Migration: Junge Flüchtlinge berichteten

Von Edda Hagebölling

Nienburg. „Mein Leben in Afghanistan war sehr gut. Ich habe in der Verwaltung gearbeitet und hatte ein gutes Gehalt. Bis der Krieg kam. Zwei Wochen hat meine Flucht gedauert. Jetzt bin ich froh, in Deutschland in Sicherheit zu sein. Aber ich mache mir Sorgen um meine Geschwister.“ Der junge Afghane war einer von insgesamt neun Flüchtlingen, die am Donnerstagabend im Rahmen der VHS- Themenwoche „Flucht und Migration“ ein bisschen aus ihrem Leben berichteten. Zu versuchen, Deutsch zu sprechen, war für ihn Ehrensache. Schließlich besuchte er – wie die anderen auch – seit sechs Wochen einen Deutschkurs für Flüchtlinge.

In Englisch wäre es so gut wie allen leichter gefallen, zu erzählen, wie sie gelebt haben in ihrer Heimat, welche Hobbys sie hatten, wie sie nach Deutschland gekommen sind. Und was sie sich von Deutschland erhoffen. Das wurde im weiteren Verlkauf des Abends deutlich. Die mehrheitlich gut ausgebildeten Frauen und Männer – niemand älter als 30 – hatten in ihrer Heimat als Lehrerin, als Journalist, als Bauingenieur oder als Landwirt gearbeitet.

Die Mehrheit der Vortragenden stammte aus Afghanistan, aber auch aus Eritrea und aus dem Iran waren junge Männer darunter. Nicht zu Ende sprechen konnte die Frau aus Albanien. Sie war mit ihrem Mann und ihen beiden Söhnen nach Deutschland gekommen. Und musste weinen, als sie von ihrem Leben in Albanien erzählen sollte.

So gut wie alle haben eine Odyssee hinter sich. Zu Fuß, mit dem Boot, mit dem Zug, mit dem Flugzeug und mit dem Auto sind sie nach Deutschland gekommen, haben zum Teil viel Geld für Schleuser bezahlt.

Sie alle eint die Hoffnung, bleiben zu können und Fuß zu fassen. In einem Land, in dem sie sich sicher fühlen. Und in dem die Menschen nett sind, wie sie sagen.

„Danke, dass Sie Flüchtlingen helfen“, sagte der Journalist, der in Afghanistan als auch als Radiomoderator gearbeitet hat. Und fuhr fort: „Ich bin ein bisschen aufgeregt, ob ich die deutsche Sprache und die Kultur auch verstehen werde.“

Die VHS-Themenwoche endete gestern mit einer Fahrt zum Deutschen Auswandererhaus in Bremerhaven. Vorausgegangen waren Vorträge, Lesungen und die Eröffnung einer Ausstellung im Forum der VHS.

Organisiert wurde die Themenwoche von Maxine Rahlfes aus Lehrte. Sie absolviert an der VHS Nienburg ihr Freiwilliges soziales Jahr im Bereich Politik.

Etwa 40, 50 Interessierte hatten sich Abend für Abend in der Aula der VHS eingefunden. Die einen mehrfach, andere ein- oder zweimal.

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Erstellt:
27. Februar 2016, 21:00 Uhr
Lesedauer:
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