Wir liefern unsere Medikamente elektrisch: Klimaschützerin Ulrike Gieger-Graßl und Apotheker Dirk Bulling vor dem BMW i3 mit den blauen Kornblumen. Hagebölling

Wir liefern unsere Medikamente elektrisch: Klimaschützerin Ulrike Gieger-Graßl und Apotheker Dirk Bulling vor dem BMW i3 mit den blauen Kornblumen. Hagebölling

Nienburg 11.05.2019 Von Edda Hagebölling

„Wir liefern elektrisch“

HamS-Serie: E-Mobilität im Landkreis Nienburg / Apotheker Dirk Bulling mit seinem BMW i3

„Wir liefern unsere Medikamente elektrisch.“ Schon von weitem zieht der BMW mit den blauen Kornblumen und ebendieser Botschaft auf Fahrer- und Beifahrertür die Aufmerksamkeit der anderen Verkehrsteilnehmer auf sich. Anzutreffen ist der „Stromer“ hauptsächlich in Nienburg, doch auch in Linsburg, Husum, Brokeloh, Landesbergen, Estorf, Liebenau, Steimbke und Haßbergen sind die Kunden zuhause, die ihre Medikamente „elektrisch“ geliefert bekommen. [/b]

Auf drei Jahre geleast

Seit Januar ist Dirk Bulling, Betreiber der Meerbach-Apotheke an der Ziegelkampstraße in Nienburg, im Besitz des BMW i3. Das Fahrzeug ist auf drei Jahre geleast. „Auch, weil sich im Bereich Elektromobilität zurzeit so viel tut“, so der Apotheker im Gespräch mit der HARKE am Sonntag. Ulrike Gieger-Graßl, Mitarbeiterin der Klimaschutzagentur Mittelweser, hatte Dirk Bulling für die HamS-Serie „Elektromobilität im Landkreis Nienburg“ vorgeschlagen. Zum einen, weil er von sich aus auf die Klimaschutzagentur zugekommen ist, wie sie sagt, aber auch, weil sie anderen Mut machen möchte, dem Beispiel des Apothekers zu folgen.

Dirk Bulling ist auch sonst nachhaltig unterwegs. Zwar nicht unbedingt zuhause – der Oldenburger wohnt mit seiner Familie in Nienburg zur Miete –, wohl aber in der Apotheke. Die zahlreichen Halogenleuchten, die für eine professionelle Ausleuchtung der Räumlichkeiten sorgen, sind längst gegen LED-Lampen ausgetauscht. Eine Maßnahme, die seinen Angaben zufolge eine jährliche Ersparnis von 3000 Euro ausmacht. Wegen des geringeren Verbrauchs der Leuchtmittel, aber auch, weil die Klimaanlage – die Räume wegen der Medikamente nie wärmer als 25 Grad sein – seitdem deutlich weniger zu tun hat.

In einen Grill verwandelt

„Die Halogenleuchten haben den Verkaufsraum im Hochsommer regelrecht in einen Grill verwandelt“, so Dirk Bulling.

Dass er die anstehenden Umbauarbeiten – der Verkaufsraum muss erheblich erweitert werden, weil die Apotheke mit ihren rund 20 Mitarbeiterinnen aus allen Nähten platzt – nutzt, um das Gebäude bestmöglich energetisch aufzustellen, versteht sich für Bulling von selbst.

Privat ist der Apotheker noch nicht elektrisch unterwegs. Gleichwohl ist er überzeugt, dass auch Vermieter mit der Zeit gehen und Ladesäulen für die Elektroautos ihrer Mieter vorhalten müssen.

Für seinen BMW nutzt Dirk Bulling zurzeit die Ladesäulen auf dem benachbarten Krankenhausparkplatz. „Natürlich habe ich auch über eine eigene Ladesäule nachgedacht, mein Nachbar Amadeus Bürgel hat mir jedoch davon abgeraten, weil sich in dem Bereich gerade wieder etwas tut“, so der Apotheker. (Anmerkung der Redaktion: Amadeus Bürgel gilt als ausgewiesener Experte in Sachen E-Mobilität.)

300 Kilometer bei 20 Grad

Der BMW hat – bei einer Außentemperatur von 20 Grad – eine Reichweite von 300 Kilometern. Liegengeblieben sind die beiden mit der Auslieferung der Medikamente betrauten Fahrer bei ihren Touren durch den Landkreis noch nie. Dafür sind sie längst Experten darin, so stromsparend wie möglich zu fahren.

Dirk Bulling ist überzeugt, dem Klima mit seinem BMW i3 einen Gefallen zu tun. „Bis 400 Kilometer produziere ich 30 Prozent weniger CO2 als mit einem Verbrenner“, so der E-Mobilist.

Und Ulrike Gieger-Graßl ergänzt: „In der aktuellen Diskussion werden gerade Äpfel mit Birnen verglichen. Dem Elektroauto wird zur Last gelegt, dass bei seiner Herstellung CO2 entsteht. Das ist doch bei der Produktion eines herkömmlichen Autos nicht anders.“

Dirk Bulling hat sich für den BMW i3 entschieden, weil er ihm gut gefiel. Und weil er festgestellt hat: Den Gestank, der ihm in die Nase stieg, hatte er mit seinem alten Diesel aus dem Jahr 2011 selbst verursacht.

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Erstellt:
11. Mai 2019, 19:46 Uhr
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