Blick auf das verlassene Trainingsgelände von Hertha BSC. Der Fußball-Bundesligist Hertha BSC hat nach mehreren positiven Befunden Mannschaft und Trainerstab isoliert. Die Trainingseinheiten und der Spielbetrieb sollen aufrecht erhalten bleiben. Foto: Andreas Gora/dpa

Blick auf das verlassene Trainingsgelände von Hertha BSC. Der Fußball-Bundesligist Hertha BSC hat nach mehreren positiven Befunden Mannschaft und Trainerstab isoliert. Die Trainingseinheiten und der Spielbetrieb sollen aufrecht erhalten bleiben. Foto: Andreas Gora/dpa

Landkreis 18.04.2021 Von Philipp Keßler

Wird das noch etwas?

Aufschrei in der Fußball-Bundesliga: Hertha BSC Berlin muss in Corona-Quarantäne. Drei Spiele werden deswegen verschoben werden müssen. Im deutschen Oberhaus ist die Lage allerdings relativ entspannt, vergleicht man die Situation beispielsweise mit der zweiten Liga, wo schon gefühlt bereits jede Mannschaft eine mehrwöchige Zwangspause hinter sich hat.

Doch eine andere Sportart kann darüber nur lachen: Die Handball-Bundesliga. Die Absage des Heimspiels von GWD Minden gegen den HC Erlangen, das am gestrigen Sonntag stattfinden sollte, war bereits die 39.! Verlegung einer Begegnung in dieser Saison.

Daher wollte der HBL-Vorstand um Geschäftsführer Frank Bohmann bereits Anfang April das Hygienekonzept verschärfen. „Wir werden die Frequenz der PCR-Testungen noch einmal erhöhen und näher an die Wettkämpfe heranführen“, erklärte der 56-Jährige. „Außerdem wollen wir die Dokumentationspflichten verschärfen. Die meisten Spieler infizieren sich bisher im privaten Umfeld. Zu wissen, in welcher Minute der Spieler mit wem genau zusammen war, kann also helfen, Infektionsketten noch besser nachzuvollziehen.“

Mindens Spieler um Christoffer Rambo und Joscha Ritterbach (von links) hatten schon wieder Corona-Pause. Foto: Tom Weller/dpa

Mindens Spieler um Christoffer Rambo und Joscha Ritterbach (von links) hatten schon wieder Corona-Pause. Foto: Tom Weller/dpa

Zwei Wochen später: „Einige Vereine sehen sich aus praktischen Erwägungen noch nicht in der Lage, das so umzusetzen“, lautete Bohmanns Zwischenfazit – „überall dort, wo Vereine nah an Universitätskliniken sind, funktioniert es in der Regel. Woanders kriegen wir diese kurzfristigere Testung noch nicht hin“, sagte Bohmann. Bislang sieht das Konzept vor, dass die Ergebnisse zwei Tage vor dem Spiel vorliegen müssen.

Am Mittwoch geht die Debatte über das Hygienekonzept der HBL in die nächste Runde. Ob das noch etwas wird?

Diese Frage stellt sich allerdings auch in Anbetracht der vielen Nachholspiele und des eng getakteten Terminkalenders der Handball-Bundesliga. Kann die Saison überhaupt bis zum anvisierten Termin Ende Juni beendet werden? Bohmann zumindest bleibt gelassen, er gehe davon aus, keinen Abbruch mit Quotientenregelung – wie im Vorjahr – durchführen zu müssen.

Eine Alternative könnte ein Abschlussturnier sein, doch wer glaubt wirklich daran, dass so ein aufwendiges Szenario vom HBL-Vorstand beschlossen wird – wenn nicht einmal kurzfristig ein verstärktes Hygienekonzept auf die Beine gestellt werden kann.

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Erstellt:
18. April 2021, 17:30 Uhr
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