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Rubrik: Wirtschaft

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Krisenländer werben um Rückkehr der Touristen

Zur Eröffnung der ITB überreicht der ägyptischen T... Foto: dpaZur Eröffnung der ITB überreicht der ägyptischen Tourismusminister Mounir Fakhry Abdel Nour (l) dem Regierenden Bürgermeister von Berlin, Klaus Wowereit, eine ägyptische Statue. Foto: Wolfgang Kumm Foto: dpa
Zur Eröffnung der ITB überreicht der ägyptischen Tourismusminister Mounir Fakhry Abdel Nour (l) dem Regierenden Bürgerme...
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Foto: dpa
Zur Eröffnung der ITB überreicht der ägyptischen Tourismusminister Mounir Fakhry Abdel Nour (l) dem Regierenden Bürgermeister von Berlin, Klaus Wowereit, eine ägyptische Statue. Foto: Wolfgang Kumm Foto: dpa
Zur Eröffnung der ITB überreicht der ägyptischen Tourismusminister Mounir Fakhry Abdel Nour (l) dem Regierenden Bürgermeister von Berlin, Klaus Wowereit, eine ägyptische Statue. Foto: Wolfgang Kumm

Berlin (dpa) - Die krisengeschüttelten Reiseländer Ägypten und Griechenland hoffen nach den politischen Umwälzungen auf eine baldige Rückkehr der Urlauber. Ägypten will in den kommenden fünf Jahren die Zahl der Touristen sogar auf rund 30 Millionen steigern.

Griechenland setzt auf Gäste aus Südeuropa, die den Platz der Deutschen einnehmen sollen. Die Bundesbürger halten sich mit Buchungen für die beiden Ländern bislang sehr zurück. Die Türkei rechnet unterdessen mit zehn Prozent mehr ausländischen Gästen. Im vergangenen Jahr kam mit rund 4,8 Millionen die größte Reisegruppe in dem Land am Bosporus aus Deutschland.
Nach einer GfK-Erhebung bei rund 1200 repräsentativ ausgewählten Reisebüros in Deutschland gehören Ägypten und Griechenland zu den großen Verlieren dieses Jahres. Wie die Marktforscher am Donnerstag auf der Reisemesse ITB in Berlin berichteten, liegen die Urlaubsumsätze für Ägypten momentan um 21 Prozent unter den schon schlechten Vorjahreswerten, und auch im Sommer dürfte es nicht viel besser werden: Das Minus für Ägypten wird dann bei 10 Prozent gesehen. Tunesien dreht in den Sommermonaten ins Plus und konnte bisher um 5 Prozent zulegen.
Griechenland hat bei den deutschen Reisebürokunden für den Sommer 21 Prozent verloren. «Griechenlands Schuldenkrise wächst sich zunehmend zu einer touristischen Krise aus», hieß es bei den Marktforschern der GfK.
«Wir merken, dass die Leute sich zurückhalten und abwarten, wie sich die Situation entwickelt», sagte der griechische Tourismusminister Pavlos Geroulanos auf der ITB. «Die Zeitungen sind voller Bilder vom brennenden Athen.» Das habe die Urlaubsplanung der Menschen beeinflusst. Deutsche Urlauber seien für das Land ausschlaggebend. Im Tourismus konzentriere man sich nun vor allem auf Länder in Südeuropa, bei denen Griechenland zuletzt sehr beliebt gewesen sei, sagte Geroulanos. «Der Tourismus ist lebenswichtig, damit die griechische Wirtschaft wieder auf die Beine kommt.»
Noch im vergangenen Jahr hatte Griechenland mehr Urlauber angelockt als im Jahr zuvor. Gründe dafür seien günstige Preise und Unruhen in anderen Urlaubsländern gewesen, sagte Geroulanos. Nach Protesten und Ausschreitungen habe es bei den Ankünften in Athen aber bereits einen Rückgang gegeben. Die Angst vor Unruhen sei bei Urlaubern dieses Jahr noch stärker geworden.
In Ägypten soll es in diesem Jahr schon wieder deutlich aufwärtsgehen, hofft Tourismusminister Mourir Fakhry Abdel Nour. Im Revolutionsjahr 2011 musste das nordafrikanische Land einen Einbruch um ein Drittel auf knapp zehn Millionen Besucher verkraften. In den kommenden fünf Jahren solle die Zahl der Touristen durch mehr touristische Angebote auf rund 30 Millionen steigen.
Ungebrochen ist die Lust der Deutschen auf Ferien auf schwimmenden Hotels. Daran wird sich nach Einschätzung der Branche auch nach der Havarie der «Costa Concordia» nichts ändern. In den Reisebüros sackte der Verkauf von Schiffspassagen zwar nach dem Unfall vor der italienischen Küste in den Keller. Aber da waren laut GfK schon 70 Prozent der in diesem Jahr angebotenen Kreuzfahrten verkauft. Im vergangenen Jahr haben mehr als 1,8 Millionen Bundesbürger ihren Urlaub auf einem Hochsee- oder Flusskreuzfahrtschiff verbracht - mehr als jemals zuvor.
Das Co-Gastgeberland Polen will sich im Jahr der Fußball-Europameisterschaft als Urlaubsziel international dauerhaft einen Namen machen. «Ich glaube, dass die polnische Gastfreundschaft auch nach der EM in Erinnerung bleibt», sagte die stellvertretende Tourismusministerin Katarzyna Sobierajska. Drei Monate vor Turnierbeginn warb sie besonders um deutsche Fußballfans.

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