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Rubrik: Wirtschaft

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Hewlett-Packard streicht 27 000 Jobs

Die Befürchtungen haben sich bestätigt: Bei Hewlet... Foto: dpaDie Befürchtungen haben sich bestätigt: Bei Hewlett-Packard sollen 27 000 Leute gehen. Foto: Frank May Foto: dpa
Die Befürchtungen haben sich bestätigt: Bei Hewlett-Packard sollen 27 000 Leute gehen. Foto: Frank May Foto: dpa
Die Befürchtungen haben sich bestätigt: Bei Hewlett-Packard sollen 27 000 Leute gehen. Foto: Frank May

Palo Alto/Stuttgart (dpa) - Das lahmende Geschäft treibt den weltgrößten PC-Hersteller Hewlett-Packard zu einem radikalen Job-Abbau: Voraussichtlich 27 000 Mitarbeiter müssen das Unternehmen bis Herbst 2014 verlassen.

Das ist mehr als jeder zwölfte Beschäftigte. Auch in Deutschland müssen die Mitarbeiter bangen.
«Zum jetzigen Zeitpunkt gibt es noch keine konkreten Pläne, wie der Stellenabbau in den verschiedenen Ländern und Regionen umgesetzt werden soll», sagte HP-Deutschland-Chef Volker Smid der Nachrichtenagentur dpa am Donnerstag. Er könne auch keinen Zeitraum für diese Entscheidung nennen.
Die IG Metall befürchtet, dass in Deutschland ebenfalls etwa jeder zwölfte der rund 10 400 Jobs wegfallen könnte. «Da wäre ich sehr vorsichtig», sagte Smid. Schließlich verteilten sich ja auch die insgesamt rund 349 000 Arbeitsplätze bei Hewlett-Packard nicht gleichmäßig auf verschiedene Länder.
HP leidet darunter, dass immer mehr Kunden zu einem Tablet-Computer oder ihrem Smartphone greifen und sich den Kauf eines neuen PC sparen. Erschwerend hinzu kamen in der Vergangenheit Querelen und konfuse Entscheidungen im Management. Seit September steht nun die frühere Ebay-Lenkerin Meg Whitman an der Konzernspitze und räumt auf.
«Ein Stellenabbau ist niemals leicht», erklärte Whitman am Mittwoch. «Aber in diesem Fall ist er absolut notwendig.» HP verkauft nicht nur weniger Computer, sondern auch weniger der einst so einträglichen Drucker. Dem kalifornischen Konzern droht sogar der Verlust der PC-Marktführerschaft. Der chinesische Rivale Lenovo hatte zuletzt entgegen dem allgemeinen Trend merklich zulegen können.
Durch die Einschnitte will HP weltweit 3,0 bis 3,5 Milliarden Dollar im Jahr sparen (2,4 bis 2,8 Mrd Euro). Ein Teil der Mitarbeiter soll in Frühruhestand gehen.
Der Unternehmensbeauftragte der IG Metall für HP, Johannes Katzan, rechnet mit detaillierten Informationen für Mitte Juni. Er forderte ein Konzept zur Beschäftigungssicherung und Qualifizierung. «Kunden und Beschäftigte brauchen Klarheit zur Strategie von HP.»
Deutschland sei der viertgrößte IT-Abnehmer der Welt, betonte Landeschef Smid. Daher werde HP hierzulande auch auf Dauer sein gesamtes Sortiment anbieten und entsprechend aufgestellt sein.
Die Entlassungen finden vor dem Hintergrund weiterhin mauer Verkäufe statt: Im zweiten Geschäftsquartal von Februar bis April ging der Umsatz um 3 Prozent auf 30,7 Milliarden Dollar zurück; der Gewinn gab im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 31 Prozent auf 1,6 Milliarden Dollar nach. Auch der US-Erzrivale Dell hatte zuletzt Einbußen verzeichnet; seine Aktie war am Mittwoch um 17 Prozent eingebrochen.
Bei HP hat sich der Rückgang im Vergleich zum vorangegangenen Weihnachtsquartal allerdings verlangsamt. «Wir machen Fortschritte», sagte Konzernchefin Whitman in einer Telefonkonferenz mit Analysten. Es dauere aber, HP wieder in die Spur zu bringen. Alleine die Kosten für den Stellenabbau veranschlagte sie auf 3,5 Milliarden Dollar.
Bei den Börsianern kamen die Sparpläne gut an. Zudem lief das Geschäft besser als befürchtet. Die Aktie stieg am Donnerstag um 6 Prozent auf 22,38 Dollar. Für viele Anleger dürfte aber selbst dieser Sprung nur ein schwacher Trost sein: Vor einem Jahr kostete das HP-Papier noch rund 36 Dollar.
Selbst die einstige Geldmaschine von HP stottert: die Drucker. Der Umsatz der Sparte ging um satte 10 Prozent zurück. Whitman hatte im März angekündigt, die Drucker- mit der PC-Sparte zusammenzulegen. Das soll Verbesserungen bei Produktion, Einkauf, Kundendienst und Marketing bringen und sparen helfen.
Es ist eine radikale Abkehr von den Plänen von Whitmans Vorgänger, dem aus Deutschland stammenden Léo Apotheker. Der wollte das PC-Geschäft abspalten und sich auf IT-Dienstleistungen und Software konzentrieren. Damit eckte er bei seinen Managerkollegen und bei den Anteilseignern an. Er musste schließlich gehen. Auch der Chef des von Apotheker für knapp 12 Milliarden Dollar gekauften britischen Software-Spezialisten Autonomy, Mike Lynch, verlässt nun den Konzern.

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