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Rubrik: Wirtschaft

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Konsumklima dank Konjunktur stabil

Die Stimmung der Verbraucher ist wieder gestiegen.... Foto: dpaDie Stimmung der Verbraucher ist wieder gestiegen. Foto: Armin Weigel Foto: dpa
Die Stimmung der Verbraucher ist wieder gestiegen. Foto: Armin Weigel Foto: dpa
Die Stimmung der Verbraucher ist wieder gestiegen. Foto: Armin Weigel

Nürnberg (dpa) - Die Verbraucher in Deutschland zeigen sich von der Schuldenkrise unbeeindruckt und schätzen die aktuelle Lage wesentlich optimistischer ein als die Unternehmen.

«Trotz rezessiver Tendenzen in Europa sowie der steigenden Verunsicherung durch die Schuldenkrise sehen die Bundesbürger die deutsche Wirtschaft weiter im Aufschwung», teilte das Marktforschungsunternehmen GfK am Freitag in Nürnberg mit. Im Gegensatz dazu sei die Wirtschaft selbst deutlich zurückhaltender, wie der gesunkene ifo-Geschäftsklimaindex zeige. Die Stimmung in den Unternehmen war am Vortag überraschend auf den tiefsten Stand seit einem halben Jahr gefallen.
Der Konsumklimaindex für Juni hingegen bleibt laut GfK-Prognose stabil auf dem Mai-Wert von revidiert 5,7 Punkten. In den beiden Vormonaten war er jeweils leicht zurückgegangen. Die Verbraucher hätten diesmal die konjunkturellen Aussichten deutlich optimistischer eingeschätzt, erläuterte die GfK. Auch die Konsumneigung habe moderat zugelegt. Die Einkommenserwartung sei jedoch auf hohem Niveau etwas zurückgegangen.
Damit waren die Konjunkturerwartungen im Mai trotz der zunehmenden Turbulenzen im Euro-Raum zum dritten Mal in Folge gestiegen. Das Chaos um die Regierungsbildung in Griechenland sowie die Diskussion um einen möglichen Austritt des Landes aus der Euro-Zone seien wegen des Zeitpunkts der Umfrage aber noch kaum in die Daten eingeflossen, betonte GfK-Experte Rolf Bürkl.
Die Zuversicht der Verbraucher in konjunktureller Hinsicht schlage sich auch in der leicht gestiegenen Bereitschaft nieder, Geld für größere Anschaffungen auszugeben. Denn wenn die Wirtschaft brummt, geht die Angst vor Arbeitslosigkeit laut Bürkl weiter zurück - und das ermöglicht Planungssicherheit. Zudem seien das Zinsniveau historisch niedrig und die Sorgen um eine übermäßige Inflation wegen der sinkenden Spritpreise etwas zurückgegangen. Die Teuerung bleibe aber ein Unsicherheitsfaktor für die Entwicklung der Kaufkraft, schilderte Bürkl. Zuletzt waren die Erwartungen an das persönliche Einkommen leicht zurückgegangen.
Dass die wieder aufgeflammte Euro-Schuldenkrise zwar der Stimmung in der deutschen Wirtschaft einen kräftigen Dämpfer verpasst, die Verbraucher aber weitgehend unberührt lässt, erklärt sich Bürkl mit der inzwischen extrem komplexen Debatte. «Die Mehrheit der Bundesbürger ist aus der engeren Diskussion ausgestiegen», sagte Bürkl in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa. Viele Menschen verstünden bei Themen wie den Eurobonds nicht mehr, um was es da genau gehe - und schalteten ab.
«Das ist für sie wirklich eine sehr komplexe und - weil sie sich noch nicht persönlich betroffen fühlen - auch sehr abstrakte Diskussion», schilderte Bürkl das Problem vieler Bürger. «Und da kommt hinzu, dass bei den Verbrauchern vielleicht auch so ein gewisser "Gewöhnungseffekt" auf die schlechten Nachrichten aus Europa eingesetzt hat.» Entsprechend habe die aktuelle Krise derzeit kaum Auswirkungen auf die Konsumstimmung hierzulande.
Der ein oder andere sei auch von der Diskussion genervt und blende das Thema daher komplett aus, erläuterte Bürkl. «Bis zu dem Zeitpunkt, wo die finanzielle Betroffenheit auch unmittelbar spürbar wird bei den Verbrauchern.» Sollte etwa der Ausstieg Griechenlands aus der Euro-Zone mit höheren Steuern finanziert werden müssen oder würde die Einführung von Eurobonds die Zinsen für Deutschland verteuern, sei die Situation schnell eine ganz andere, erläuterte der Fachmann. «Dann könnte es natürlich wirklich auch für die Verbraucherstimmung konkret und für das Konsumklima kritisch werden.»
Im Moment jedoch seien die Deutschen vor allem von den Entwicklungen im Inland beeinflusst, schilderte Bürkl. «Also die Meldungen über die Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts im ersten Quartal, das ja überaus erfreulich war, die Meldungen vom Arbeitsmarkt, die Tarifabschlüsse - das sind alles für die Verbraucher positive Nachrichten.»

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