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Rubrik: Wirtschaft

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Frankfurt/Main

Dax schafft mit Endspurt hohes Wochenplus

Der Dax ist der wichtigste Aktienindex in Deutschland. Foto: Fredrik von Erichsen
Der Dax ist der wichtigste Aktienindex in Deutschland. Foto: Fredrik von Erichsen

Fortschritte in den US-chinesischen Handelsgesprächen haben den Dax am Freitag angetrieben. Der deutsche Leitindex schnellte um 1,89 Prozent auf 11.299,80 Punkte in die Höhe. Auf Wochensicht ergibt sich ein Gewinn von 3,60 Prozent - das größte Plus seit März 2018.

Der MDax der mittelgroßen deutschen Unternehmen stieg am Freitag um 1,65 Prozent auf 24.324,40 Punkte.
Zunächst hatte US-Finanzminister Steven Mnuchin getwittert, er sehe nach der jüngsten Verhandlungsrunde in Peking zumindest Fortschritte. Wenig später verwiesen Händler auf Medienberichte aus China, denen zufolge sich die USA und China offenbar in vielen Punkten des Zollstreits einig seien.
Hierzulande stand unter anderem die Allianz mit Geschäftszahlen im Blick. Europas größter Versicherer fasst nach einem Gewinnplus im abgelaufenen Jahr für 2019 keine nennenswerten Zuwächse ins Auge. Ein Händler sagte, die 2018er-Zahlen hätten die Erwartungen übertroffen, der Ausblick liege aber darunter. Die Ankündigung eines neuen Aktienrückkaufprogramms überrasche nicht. Nach einem zunächst etwas schwächeren Start arbeiteten sich die Allianz-Papiere kontinuierlich vor und waren am Ende gut 3 Prozent mehr wert als am Vortag.
In dem wieder deutlich aufgehellten Umfeld waren auch andere Finanzwerte gefragt. So zogen die Anteilscheine der Deutschen Bank um fast 5 Prozent an. Im MDax zählten die Papiere der Commerzbank mit einem Plus von 5,52 Prozent zu den größten Gewinnern. Börsianer verwiesen zudem auf Aussagen des EZB-Direktoriumsmitgliedes Benoit Coeure, wonach die Europäische Zentralbank Banken erneut mit längerfristigen Krediten versorgen könnte. Hintergrund ist die erwartete Abkühlung der europäischen Konjunktur.
Aktien aus dem Automobilsektor erholten sich im Zuge der positiven Entwicklung an der amerikanisch-chinesischen Handelsfront von ihren frühen Verlusten. Im Dax verbuchten Continental, BMW und Daimler klare Kursgewinne.
Den Werbekonzern Scout24 wollen die Finanzinvestoren Hellman & Friedman und Blackstone übernehmen und bieten dafür 46 Euro je Aktie. Der Scout24-Kurs schnellte an der MDax-Spitze um 10,90 Prozent auf genau 46 Euro hoch. Die Investoren wagen damit einen zweiten Anlauf: Scout24 hatte Mitte Januar den damals vorgeschlagenen Preis von 43,50 Euro als unangemessen zurückgewiesen. Nun trifft das neue Gebot auf die Unterstützung des Vorstands.
Für die Aktien von Tele Columbus hingegen ist ein Ende der Abwärtsspirale nicht in Sicht. Sie waren im Handelsverlauf auf ein weiteres Rekordtief gefallen und verbuchten am Ende als Schlusslicht im Kleinwerte-Index SDax ein Minus von mehr als 8 Prozent.
Der EuroStoxx 50 als Leitindex der Eurozone schloss 1,84 Prozent höher bei 3241,25 Punkten. Für den Pariser Leitindex Cac 40 ging es ähnlich deutlich nach oben, während der Londoner FTSE 100 gut ein halbes Prozent gewann. Der Dow Jones Industrial wiederum lag zum Handelsschluss in Europa mehr als 1 Prozent im Plus.
Am Rentenmarkt lag die Umlaufrendite wie am Vortag bei 0 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,03 Prozent auf 142,45 Punkte. Für den Bund-Future ging es um 0,02 Prozent auf 166,48 Punkte nach unten. Der Kurs des Euro fiel: Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,1260 (Donnerstag: 1,1268) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8881 (0,8875) Euro.

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