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Rubrik: Wirtschaft

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Düsseldorf

Deutsche Winzer entdecken Ausland als lukrativen Absatzmarkt

Im Ausland finden deutsche Winzer Abnehmer für ihre Weine vor allem in den USA, den Niederlanden, Großbritannien und Norwegen. Foto: Patrick Seeger
Im Ausland finden deutsche Winzer Abnehmer für ihre Weine vor allem in den USA, den Niederlanden, Großbritannien und Norwegen. Foto: Patrick Seeger

Weinexporte entwickeln sich für die deutschen Winzer zu einem lukrativen Geschäft. Der im Ausland erzielte Durchschnittspreis pro Liter - ohne Steuern und Zoll - stieg in den vergangenen zwei Jahrzehnten kontinuierlich an, wie aus einer Statistik des Deutschen Weininstituts hervorgeht.

Wurden im Jahr 2000 noch 1,38 Euro gezahlt, so waren es zehn Jahre später schon 2,07 Euro. Bis zum vergangenen Jahr schnellte der Wert auf 3,04 Euro in die Höhe. «Exporte lohnen sich, auch weil auf manchen Märkten gute Preise erzielt werden können», sagte ein Sprecher des Weininstituts. Qualitativ habe der deutsche Wein zugelegt, daher habe man auch höhere Preise verlangen können. Starke Abnehmer von Riesling, Spätburgunder und anderen deutschen Weinen sind die USA, die Niederlande, Großbritannien und Norwegen.
Der Gesamtumsatz der Weinexporte blieb zuletzt allerdings konstant - 2018 nahmen die heimischen Erzeuger 307 Millionen Euro ein und damit etwa so viel wie im Vorjahr. Die Menge sank wegen einer schwachen Weinernte um gut fünf Prozent, der Preis aber stieg.
Indessen werden deutsche Winzer beim Export künftig ein wenig vom Bund unterstützt. Das Landwirtschaftsministerium entschied am Freitag, dass die heimische Weinwirtschaft wieder in die Exportförderung des Bundes aufgenommen wird. Hierbei geht es um die Teilnahme an Seminaren oder um Unternehmerreisen zur Markterkundung und zur Anbahnung von Geschäften mit ausländischen Handelspartnern. Die Hälfte der Kosten hierfür wird erstattet.
Die Winzer aus der Pfalz, Rheinhessen, Baden und anderen Anbaugebieten werden schon jetzt von einer anderen Stelle unterstützt, und zwar von dem Deutschen Weininstitut im rheinland-pfälzischen Bodenheim, einer Art Marketingorganisation der Branche. Diese Einrichtung ermöglicht die für die Branche so wichtigen Treffen mit Handelspartnern aber nur in 14 Länder, darunter Großbritannien, die USA, China, Russland und skandinavische Staaten.
Die Exportförderung des Bundes wiederum fließt in Maßnahmen in Ländern außerhalb dieser Regionen, denkbar wäre hier zum Beispiel Irland. Schon in den Jahren 2011 bis 2014 war die heimische Weinbranche in dem Förderkatalog des Bundes, damals betrugen die Ausgaben für die Weinwirtschaft pro Jahr zwischen 120.000 und 150.000 Euro. Wie viel Geld nun für die Winzer bereitsteht, ist vorab nicht festgelegt. Das für die ganze Agrar- und Ernährungsbranche gültiges Förderbudget umfasst drei Millionen Euro im Jahr.
Es gehe um die Erschließung neuer Absatzmärkte, sagte Bundesagrarministerin Julia Klöckner (CDU). «Und darum, mit den bereitgestellten Fördermitteln die Wettbewerbsfähigkeit vor allem der kleinen und mittleren Unternehmen zu erhöhen.»
An diesem Sonntag startet die Fachmesse Pro Wein in Düsseldorf, auf dem weltgrößten Branchentreff sind die Weinausfuhren ein Thema.

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