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Rubrik: Wirtschaft

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Frankfurt/Main

Konjunktursorgen drücken die Anlegerstimmung - Dax im Minus

Der Dax ist der wichtigste Aktienindex in Deutschl...Der Dax ist der wichtigste Aktienindex in Deutschland. Foto: Fredrik von Erichsen
Der Dax ist der wichtigste Aktienindex in Deutschland. Foto: Fredrik von Erichsen
Der Dax ist der wichtigste Aktienindex in Deutschland. Foto: Fredrik von Erichsen

Konjunktursorgen haben am Donnerstag die Aktienmärkte ausgebremst. Der Dax rutschte zeitweise unter die Marke von 11.500 Punkten.

Als die US-Börsen ihren schwächeren Start in Gewinne ummünzten, konnte sich der deutsche Leitindex zumindest vom Tagestief erholen. Am Ende stand noch ein Abschlag von 0,46 Prozent auf 11.549,96 Punkte auf der Kurstafel. Der Index der mittelgroßen Werte MDax konnte sich positiv abheben: Er schaffte es am Ende moderat mit 0,16 Prozent und 25.121,20 Punkten ins Plus.
Anleger mussten nach dem jüngsten Zinsentscheid der US-Notenbank Fed abwägen zwischen Konjunktursorgen auf der negativen und der Aussicht auf einen vorerst eingestellten geldpolitischen Straffungskurs der amerikanischen Währungshüter auf der positiven Seite. Sie entschieden sich dafür, dass die nach unten revidierten Wachstumserwartungen der Fed kein gutes Omen sind. Entlastend wirkte, dass es Kreisen zufolge im Handelskonflikt zwischen den USA und China in der kommenden Woche eine weitere Gesprächsrunde geben soll.
Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 kämpfte im späten Handel um die Gewinnschwelle, blieb aber letztlich mit einem Abschlag von 0,15 Prozent auf 3367,40 Punkte leicht darunter. Auch beim Pariser Leitindex Cac stand am Ende ein knappes Minus zu Buche, während der Londoner FTSE 100 angetrieben vom schwachen britischen Pfund zulegte. In New York stand der Dow Jones Industrial zum europäischen Handelsschluss mit 0,6 Prozent im Plus.
Weiter nachgebende Aktien der Deutschen Bank und von Bayer trugen im Dax zur schwachen Kurstendenz bei. Bei den deutschen Großbanken wirkt die vor wenigen Tagen gespürte Euphorie über Fusionsgespräche längst nicht mehr: Titel der Deutschen Bank blieben mit minus 4 Prozent auf Talfahrt. Die Aussicht auf die Zinspause in den USA kam in dem Sektor, für den niedrige Zinsen als nicht förderlich gelten, erschwerend hinzu.
Noch deutlicher nach unten ging es im Dax lediglich für die 5,6 Prozent schwächeren Wirecard-Aktien, bei denen kritische Berichte im Zusammenhang mit Bilanzierungen in Asien nicht abebben. Auch HeidelbergCement gehörten nach der Zahlenvorlage mit 1,3 Prozent zu den Verlierern. Händlern zufolge verstimmte der Ausblick die Anleger.
Die Aktien von Siemens und Infineon verbuchten Kursgewinne von etwas mehr als 1 Prozent. Bei Siemens half eine Kreisemeldung, wonach der Konzern eine Fusion der Turbinen-Sparte mit asiatischen Partnern erwägt. Infineon wurde von einer allgemein guten Sektorstimmung im Chipbereich gestützt. Dafür verantwortlich gemacht wurden optimistische Aussagen des US-Speicherchipspezialisten Micron.
Auch im Versorgerbereich ging es allgemein freundlich zu. RWE ragten im Dax mit einem Aufschlag von 3,5 Prozent heraus. Im MDax rückten Uniper um mehr als 3 Prozent vor. Anleger wurden hier angelockt davon, dass der Finanzinvestor Elliott bei dem Energiekonzern weiter Druck ausübt. Der Hedgefonds fordert, dass Uniper einen Beherrschungsvertrag mit seinem finnischen Großaktionär Fortum vorbereiten soll.
Im SDax belastete ein unerwartet starker Gewinnrückgang im abgelaufenen Geschäftsjahr die Papiere der Hornbach Holding mit minus 4,3 Prozent. Noch deutlicher um fast 11 Prozent rutschten dort die Aktien von Koenig & Bauer ab. Nach der Zahlenvorlage fielen diese unter die 50-Tage-Linie, die Anleger gerne als Indikator für den mittelfristigen Trend heranziehen.
Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite von plus 0,01 Prozent am Vortag auf minus 0,03 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,19 Prozent auf 142,51 Punkte. Der Bund-Future gewann 0,21 Prozent auf 164,81 Punkte.
Der Euro konnte seine Kursgewinne vom Vorabend nicht halten. Zuletzt kostete die Gemeinschaftswährung 1,1348 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,1387 (Mittwoch: 1,1354) US-Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,8782 (0,8808) Euro.

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