Die "Wissensburg" kommt nicht – jedenfalls nicht in die Lange Straße. Grafik: Kalhöfer-Korschildgen Architekten

Die "Wissensburg" kommt nicht – jedenfalls nicht in die Lange Straße. Grafik: Kalhöfer-Korschildgen Architekten

Nienburg 28.10.2020 Von Holger Lachnit

„Wissensburg“ abgelehnt, aber das Problem besteht weiter

Guten Tag – ein Kommentar

Die Entscheidung ist gefallen: Am Dienstag Abend hat der Nienburger Stadtrat mehrheitlich gegen die „Wissensburg“ gestimmt. Damit ist Bürgermeister Henning Onkes mit seinem Projekt gescheitert, an der Langen Straße Bibliothek, Archiv und Kommunikationsräume zu konzentrieren.

Onkes hat es nicht geschafft, die Mehrheit des Stadtrats von seinem Plänen zu überzeugen. Jetzt ist es an ihm, diese demokratische Entscheidung zu respektieren. Auch in der Bevölkerung hat es viele laute Gegner der „Wissensburg“ gegeben. Vor allem der „Initiativkreis“ dürfte nun frohlocken.

Doch die gestrige Entscheidung darf eigentlich bei niemandem Freude hervorrufen, schon gar nicht Schadenfreude. Denn das Problem besteht ja weiter: Wohin mit dem Stadt- und Kreisarchiv? Wie soll die Nachfolge der Stadtbibliothek Posthof aussehen? Was soll aus dem städtischen Gebäude an der Langen Straße werden, in das die „Wissensburg“ einziehen sollte?

Jahrelange Planungen, die enorme Ressourcen der Stadtverwaltung gebunden haben, sind nun für die Katz‘. Und daran sind alle politisch Verantwortlichen schuld: der Bürgermeister, weil er nur auf der „Wissensburg“ beharrt hat, und die Politik, weil sie keine Alternativplanung durchgesetzt hat.

Jetzt stehen alle Beteiligten bei null. Und genau darin liegt das einzig Positive von Dienstag Abend: Nun herrscht Klarheit. Jetzt ist die Politik gefordert, schnellstmöglich Lösungen für Bibliothek und Archiv zu finden – und diese ebensoschnell von der Verwaltung umsetzen zu lassen.

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Erstellt:
28. Oktober 2020, 06:45 Uhr
Lesedauer:
ca. 1min 41sec

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