Sebastian Stüben DH

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Guten Tag 26.02.2019 Von Sebastian Stüben

Wissenswertes ohne Wertung

Das Wolfcenter in Barme (Dörverden) ist einen Besuch wert. Das kann ich sagen, nachdem ich es am Wochenende endlich einmal geschafft habe, mit meiner Familie dorthin zu fahren. Jedem, der ein Wort bei der Wolfsdebatte mitreden möchte, empfehle ich sogar wärmstens einen Besuch. Es ist nicht nur faszinierend, den mit unzähligen Vorurteilen behafteten Tieren so nah sein. In freier Wildbahn bekommen Menschen die scheuen Tiere schließlich selten zu Gesicht. Es ist auch sehr lehrreich, von einem der Experten bei einer Führung Wissenswertes über Biologie und Verhalten des Raubtieres zu erfahren.

Die Führung mit der Wildtierpflegerin, Jägerin und Falknerin Nicola Gölzner war sowohl spannend als auch objektiv – so weit ich das als Beobachter der Geschehnisse im Landkreis und mit angelesenem Wissen beurteilen kann. Gölzner bewertete das Verhalten der Tiere und den Umgang mit dem Wolf nicht, sie stellte lediglich fest. Sie zeigte mögliche Hilfen im Zusammenleben mit dem Wildtier auf – Schutzzäune und Herdenschutzhunde – und benannte gleichzeitig mögliche Schwächen dieser Vorkehrungen. Am Ende schloss sie die mögliche Tötung einzelner Individuen als letztes Mittel nicht aus.

Warum der Wolf so ein sagenumwobenes Tier ist, erlebten meine Familie und ich hautnah – mit Gänsehautmomenten. Da war das Knacken der Knochen beim Zerbeißen der Fleischstücke. Da war das Heulen im Chor. Da waren diese Augen und diese Zähne.

Mein großer Sohn ist riesiger Wolfsfan, seine Oma sieht eher das Leid der Weidetiere und immer weniger Rehe auf freiem Feld. Die Diskussion beschäftigt mich also nicht nur am Schreibtisch im HARKE-Haus, sondern auch am heimischen Küchentisch. Nach dem Besuch im Wolfcenter mit vielen zusätzlichen Eindrücken.

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Erstellt:
26. Februar 2019, 21:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 1min 51sec

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