29.09.2013

„Wo kommen das Schnitzel und die Bratwurst her?“

Schüler der GHS Landesbergen besuchten Schweinemaststall

Leese. „Berufsorientierung muss früh beginnen“, erklärte Gabriele Sosnitza, Klassenlehrerin der Integrationsklasse 5/6 der Grund- und Hauptschule Landesbergen. Viele Schüler würden nur wenige Berufsbilder kennen. „Also gehen wir dorthin, wo wir Berufe hautnah erleben können“, erläuterte sie. Mit der Integrationsklasse 5/6 stattete die Lehrkraft deshalb dem Schweinemaststall der Familie Twachtmann einen Besuch ab. Bei Karin Wrede-Twachtmann stieß der Besuch auf Begeisterung: Sie möchte aufklären und der Öffentlichkeit ein anderes Bild von Landwirtschaft vermitteln. „Jeder möchte gern Schnitzel und Bratwurst essen, weiß aber oft nicht, wie diese Waren entstehen,“ berichtete sie. Die Schülerinnen und Schüler erlebten, wie die 1 980 Schweine der Familie Twachtmann gemästet werden, bis sie ihr Schlachtgewicht von etwa 124 Kilogramm erreichen. Die Schüler erfuhren, dass andere landwirtschaftliche Betriebe die Ferkel aufziehen, die anschließend in den 2007 gebauten Maststall ziehen.

Nachdem die Schüler ihre Schutzkleidung angezogen hatten, führte Karin Wrede-Twachtmann sie durch den gesamten Stall. Mit einem Gewicht von etwa 28 Kilogramm ziehen dort die Ferkel ein. Sie werden gefüttert, beobachtet und betreut, bis sie ihr Schlachtgewicht erreichen. Dann werden sie gewogen und verladen. Viele Fragen über das Leben der Mastschweine prasselten auf Karin Wrede-Twachtmann ein, einige Schüler mussten stets zum Weitergehen aufgefordert werden.

„Die Augen sind so niedlich, die gucken so lieb.“ „Darf ich mal streicheln?“ Die Zeit im Stall verging im Nu, und die Führung wurde im Technikraum fortgesetzt. Hier sahen die Schüler, wie die Getreidemischung zusammen geführt, Wasser hinzugesetzt und der Getreidebrei für die Schweine gemischt wird.

Draußen schaute sich die Klasse das große Getreidesilo und den Güllebehälter ebenso wie die Rampe für die Maissilage an. Nun wusste die Klasse, wie „Schnitzel und Bratwurst“ im Maststall aussehen. Was kommt danach? Sarah erzählte von ihrem Großvater, der noch als Hausschlachter an der Grenze zu Polen arbeitete und daher weiß, wie ein Schwein geschlachtet und zerlegt wird. Zum Schluss übergab Karin Wrede-Twachtmann der Klasse Gläser mit Hot-Dog-Würstchen, sodass die Schülerinnen und Schüler in der nächsten Hauswirtschaftsstunde ein Endprodukt vom Schwein verarbeiten können. Nach der Betriebsbesichtigung suchte die Klasse noch den Blühstreifen am Maisfeld auf und schnitt für jeden Schüler eine Sonnenblume. DH

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Erstellt:
29. September 2013, 00:00 Uhr
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