Heidi Reckleben-Meyer DH

Heidi Reckleben-Meyer DH

Kolumnen 20.08.2017 Von Heidi Reckleben-Meyer

Wo weniger wirklich mehr ist

Der Sommer geht langsam zu Ende. Der Urlaub ist vorbei. Längst hat der Alltag wieder Einzug gehalten. Vorbei die Zeit, in der alles, was man anziehen wollte, in eine mehr oder weniger handliche Tasche passte; vergangen die unbeschwerten Tage, an denen man nur zwischen zwei Paar Schuhen und einem Paar Flipflops entscheiden brauchte. Jetzt lauern da ein unübersichtlicher Schuh- und ein voller Kleiderschrank, die alles wieder kompliziert machen und im Grunde zu der Erkenntnis führen, dass man dennoch gar nichts zum Anziehen hat. In Schubladen finden sich schöne Kalenderbilder aus dem Jahre 2002, für die man eigentlich schon seit 2003 einige Bilderrahmen besorgen wollte.

Das war allerdings nie dringend, weil die fertig gerahmten Bilder dann die drei Stickbilder von Tante Edith ersetzen sollten, die zwar noch nie schön waren und niemand im Haushalt leiden mochte, von denen man sich aber auch mit Blick auf die liebe Tante nicht trennen wollte. Die Tante ist lange tot, und irgendwie hat man den Zeitpunkt verpasst, die Stickbilder zu entsorgen.

Im Ferienhaus, Wohnmobil oder Zelt war alles so übersichtlich: keine Altlasten, keine Kaufsünden beim Blick auf die Kleiderauswahl, keine Kalenderbilder, die nach Rahmen riefen. Eine „Urlaubsverlängerung“ gefällig? – Der Grundsatz „weniger ist mehr“ führt dabei schnell zu positiven Effekten.

Fragen wie „Ziehe ich das oder die wirklich nochmal an?“ können eine gute Hilfestellung beim Entrümpeln von Kleider- oder Schuhschrank sein. – Vielleicht sollte man solch ein kleines Stück Urlaub mit in den Alltag nehmen.

Zum Artikel

Erstellt:
20. August 2017, 21:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 1min 47sec

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen


Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.