Die Bauarbeiten in Leese verzögern sich um mehrere Wochen, da nicht ausgeschlossen werden kann, dass sich Kampfmittel im Boden befinden. Foto: Wasserverband an der Führse

Die Bauarbeiten in Leese verzögern sich um mehrere Wochen, da nicht ausgeschlossen werden kann, dass sich Kampfmittel im Boden befinden. Foto: Wasserverband an der Führse

Leese 26.11.2020 Von Die Harke

Wochenlange Verzögerungen

Kanalaustausch in Leese: Wegen Kampfmittelverdachts sind die Arbeiten erst 2021 beendet

Im Februar begann das für Jahrzehnte wohl umfangreichste Bauprojekt in Leese: Der abgängige Mischwasserkanal wird durch ein getrenntes System für Schmutz- und Regenwasser ersetzt. Der erste Bauabschnitt – beginnend am Ortsausgang Richtung Stolzenau längs der B 441/B215 bis zur Kreuzung in der Ortsmitte – ist fast geschafft.

Das Ende des Projekts wird sich um mehrere Wochen bis Anfang 2021 verzögern: Der letzte Bauabschnitt wurde von der Polizei Niedersachsen als Kampfmittelverdachtsfläche ausgewiesen. Entsprechend wurde die Fläche von einer Fachfirma sondiert. Aufgrund diverser Rohre, Leitungen und Schächte im Erdreich kann dennoch nicht vollständig ausgeschlossen werden, dass sich Kampfmittel im Boden befinden.

„Um eine Gefährdung auszuschließen, kann im letzten Unterabschnitt leider nur mit einer baubegleitenden Aushubkontrolle gearbeitet werden. Mit anderen Worten: Es wird kontrolliert, was der Bagger aus dem Boden holt und die Grube wird ebenfalls im Blick behalten“, so Projektleiter Sascha Kruse vom Wasserverband „An der Führse“. Das Bauende werde sich daher um mehrere Wochen in das Jahr 2021 verschieben. Auf besondere Funde, etwa Relikte der mittelalterlichen Besiedlung, die den Baufortschritt verzögert hätten, sei man nicht gestoßen.

3,5 Millionen Euro für ersten Bauabschnitt

„Das ist, mit einem Volumen von rund 3,5 Millionen Euro allein für den ersten Bauabschnitt, schon ein gewaltiges Projekt“, sagt Tim Hauschildt, Vorsteher des Führse-Verbandes. „Ich bin froh, dass die Regie bei uns vor Ort liegt und wir nicht von irgendeiner Konzernzentrale in irgendeiner Metropole abhängig sind. Gerade bei Maßnahmen von solchen Dimensionen zeigt sich eindrucksvoll die Leistungskraft öffentlich-rechtlicher Strukturen auf kommunaler Ebene.“

Hauschildt begründet sein Lob unter anderem mit der Planung des Ablaufs: Nach den Worten von Sascha Kruse wurde der erste Bauabschnitt in drei Unterabschnitte gegliedert. Der Gedanke dahinter: „Wir wollten die Einschränkungen für das Gewerbe, insbesondere für die Firma Filigran, den Dorfladen und den Bäcker, so lange wie möglich so gering wie möglich halten. Gerade mit Blick auf Laufkundschaft und Lieferverkehr.“

Im ersten und zweiten Unterabschnitt liegt bereits der neue Kanal; die Fahrbahn darüber wurde – bis auf die Deckschicht – wieder hergerichtet. Im Bereich der Bahnhofstraße war dazu eine kurze Vollsperrung erforderlich. „Im Prinzip läuft das auf der gesamten Strecke so“, erklärt Sascha Kruse: „Die erste Baukolonne verlegt den neuen Kanal, dahinter folgt eine zweite Kolonne und stellt Straße und Gehwege wieder her. Die Deckschicht, also die eigentliche Fahrbahn, kommt aber erst ganz zum Schluss, in einem Stück, um Flickwerk zu vermeiden.“ Die Bauarbeiten im letzten Unterabschnitt sollen Anfang kommenden Jahres abgeschlossen sein.

Bürgermeister lobt gute Zusammenarbeit

Leeses Bürgermeister henning Olthage lobt die „ausgesprochen guten Zusammenarbeit aller Akteure, angefangen vom Rat und der Samtgemeinde über die Bürgerinnen und Bürger und die Straßenbauverwaltung bis zum örtlichen Gewerbe“. Beispielsweise seien von den Anwohnern Anregungen für eine verbesserte Gehwegführung gekommen.

„Die setzen wir in Abstimmung mit der Gemeinde dann auch um“, sagt Christoph Breuer, Fachdienstleiter Tiefbau bei der Samtgemeinde Mittelweser: „Wir sind dankbar dafür, so unkompliziert arbeiten zu können.“ Zwischenzeitliche Unstimmigkeiten bezüglich der Verkehrsführung der Umleitung seien ausgeräumt worden. Außerdem, ergänzt Sascha Kruse, arbeite das bauausführende Unternehmen „konsequent und zügig“: „Es ist immer eine kopfstarke Mannschaft vor Ort und es gab – trotz Corona – keine Verzögerungen und keine Lieferengpässe.“

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Erstellt:
26. November 2020, 16:54 Uhr
Lesedauer:
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