Aktuell leben 628 Flüchtlinge im Landkreis Nienburg.

Aktuell leben 628 Flüchtlinge im Landkreis Nienburg.

02.08.2015

Wöchentlich drei Zuweisungen

Landkreis-Pressesprecher: Bisher konnten alle Flüchtlinge angemessen untergebracht werden

Landkreis. Aktuell beziehen im Landkreis Nienburg rund 540 Personen in 220 Bedarfsgemeinschaften Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz, so Torsten Rötschke, Pressesprecher des Landkreises Nienburg. Die Harke am Sonntag hatte bei ihm aus aktuellem Anlass angefragt, wie es zurzeit um die Menschen bestellt ist, die aus ihrer Heimat geflohen sind und dem Landkreis Nienburg zugewiesen wurden. „Diese Bestandszahlen geben aber nur bedingt die aktuelle Situation wieder, weil der ‚Bestand‘ sehr dynamisch ist. Das heißt, dass den steigenden Zuweisungszahlen auch relativ viele Abgänge gegenüberstehen (Zuführungen zu Familien außerhalb des Landkreises, Rückführung in das Erst-Einreiseland innerhalb der EU, Wechsel in andere Leistungssysteme, z.B. SGB II, durch Statuswechsel), so Rötschke weiter.

Im Jahr 2012 wurden dem Landkreis Nienburg 89 Asylbewerber zugewiesen, im Jahr 2013 waren es 154 und im Jahr 2014 über 230 Asylbewerber. Für das Jahr 2015 ist dem Landkreis Nienburg eine Quote von 511 Flüchtlingen zugewiesen, dazu kommen noch nicht zugewiesene Quotenanteile aus 2014 (insgesamt 628). Die Verteilung auf die einzelnen Kommunen kann der nebenstehenden Tabelle entnommen werden. Von dieser Quote sind seit dem 1. Januar 214 Personen neu in den Landkreis gekommen (Stand Juni 2015).

In der Praxis bedeutet dies, dass weiterhin wöchentlich im Durchschnitt drei Zuweisungen in den Landkreis Nienburg erfolgen. Hierbei handelt es sich vornehmlich um Familien, aber auch um Einzelpersonen.

Steigend ist weiterhin der Anteil an Menschen, die aus dem ehemaligen Jugoslawien kommen. Der Zustrom an Flüchtlingen aus Syrien ist in etwa gleich geblieben. Daneben werden im Landkreis kleinere Kontingente aus dem Irak, Afghanistan, Eritrea und den Staaten der ehemaligen Sowjetunion aufgenommen.

Bezüglich der Unterbringung besteht zwischen Landkreis und Kommunen ein breiter Konsens darüber, dass eine dezentrale Unterbringung der Unterbringung in Sammelunterkünften oder Flüchtlingsheimen vorzuziehen ist.

Alle im Landkreis Nienburg bisher aufgenommen Flüchtlinge konnten dank der hohen Bereitschaft in den Gemeinden und der Bevölkerung, hierfür Wohnraum zu wirtschaftlich angemessenen Konditionen zur Verfügung zu stellen, in eigenem Wohnraum untergebracht werden.

„Bürgerinnen und Bürger, die ungenutzten Wohnraum zu den marktüblichen Vermietungskosten zur Verfügung stellen möchten, sind weiterhin herzlich eingeladen, diesbezüglich Kontakt zu ihrer Gemeinde oder direkt zum Landkreis aufzunehmen. Die Mietkosten werden in diesen Fällen vom Landkreis im Rahmen der Sicherung des Lebensunterhaltes der Flüchtlinge getragen, im Einzelfall kann auch eine erforderliche Herrichtung von Wohnraum finanziell unterstützt werden“, so Rötschke weiter.

Die Unterbringung in den Gemeinden und Gemeindeteilen ist im Hinblick an eine Anbindung an soziale Strukturen besonders vorteilhaft. Auf ehrenamtlicher Basis engagieren sich hier bereits vielerorts Menschen, die den neuen Nachbarn Unterstützung im täglichen Leben geben, entweder in Netzwerken, im Umfeld von Kirche oder als Einzelpersonen. Für die Belange der Daseinsvorsorge, der Mobilität, der sozialen Betreuung sind die Gemeinden vor Ort die Ansprechpartner. Wer sich ehrenamtlich gern einbringen möchte, erhält bei den Gemeinden alle wichtigen Informationen hierzu.

Abschließend betont Rötschke: „Nach wie vor kommt ein Großteil der zugewiesenen Flüchtlinge aus den Balkanstaaten. Deren Asylanträge werden regelmäßig vom Bundesamt abgelehnt. Die Verfahrensdauer ist insgesamt sehr unterschiedlich und hängt u.a. von der einzelnen Fallkonstellation und dem Herkunftsland ab.“

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Erstellt:
2. August 2015, 00:00 Uhr
Lesedauer:
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