Ausgehend von der Garage (links) breitete sich das Feuer auf den Rest des Gebäudes aus. Foto: Habermann

Ausgehend von der Garage (links) breitete sich das Feuer auf den Rest des Gebäudes aus. Foto: Habermann

Frestorf 15.11.2020 Von Jan Habermann, Von Jörn Graue

Wohnhaus fällt Flammen zum Opfer

Vierköpfige Familie bleibt unverletzt / Mehr als 100 Feuerwehrkräfte im Einsatz / Schaden von 200.000 Euro

Ein Wohnhaus an der Haustedter Straße in Frestorf wurde bei einem Feuer am Sonntagabend vollständig zerstört. Die darin lebende Familie konnte sich rechtzeitig in Sicherheit bringen und blieb unverletzt.

Das Haus ist einsturzgefährdet, die Bewohner kamen nach Feuerwehr-Angaben bei Verwandten unter. Die Polizei schätzt den entstandenen Sachschaden an dem aus Holz errichteten Gebäude auf etwa 200.000 Euro. Die Ermittlungen zur Brandursache dauerten gestern noch an.

Die Giebel drohten durch die durchgebrannten Dachpfetten einzustürzen. Foto: Habermann

Die Giebel drohten durch die durchgebrannten Dachpfetten einzustürzen. Foto: Habermann

Nach Angaben von Polizeisprecher Axel Bergmann hörten die beiden erwachsenen Hausbewohner und die beiden Kinder im Alter von elf Jahren gegen 18.50 Uhr ein verdächtiges Knirschen und Knacken und verließen das Haus. Laut Jan Habermann, Feuerwehr-Pressesprecher in der Samtgemeinde Mittelweser, griff das zunächst als Garagenbrand gemeldete Feuer auf das direkt angrenzende Wohnhaus der Familie über. Ein Großaufgebot an Feuerwehren aus den Samtgemeinden Mittelweser, Uchte und Liebenau rückte daraufhin an.

„Das aus Holz gebaute Haus fiel in kürzester Zeit den Flammen zum Opfer. Den eingesetzten Feuerwehren unter der Leitung vom stellvertretenden Gemeindebrandmeister Thorsten Schomburg blieb bereits beim Eintreffen der ersten Fahrzeuge nur noch der Außenangriff, da sich der von der angrenzenden Garage ausgehende Brand bereits auf das gesamte Haus ausgebreitet hatte und somit ein Vollbrand des Dachstuhls vorlag“, berichtete Habermann.

Da die Dachpfetten bereits nach kurzer Zeit durchgebrannt waren, bestand dem Feuerwehr-Pressesprecher zufolge an der Einsatzstelle die akute Gefahr, dass der Giebel des Hauses einstürzt.

Es wurden fünf C-Rohre, ein B-Rohr und im weiteren Verlauf ein Wenderohr einer Drehleiter für die Löscharbeiten eingesetzt. Um ausreichend Löschwasser zur Verfügung zu haben, wurden etwa 80 B-Schläuche von entfernten Wasserentnahmestellen zum Brandort verlegt. Mehrere Trupps unter schwerem Atemschutz kamen zum Einsatz.

Durch den massiven Löschwassereinsatz gelang es den Wehren, das Feuer nach kurzer Zeit unter Kontrolle zu bringen. Die Nachlöscharbeiten zogen sich über mehrere Stunden hin, da es immer wieder zum Aufflammen von Glutnestern kam. Alarmiert waren die Feuerwehren Nendorf-Frestorf, Stolzenau, Hibben, Müsleringen-Diethe, Huddestorf, die Einsatzleitung Ort und die Logistikgruppe der Samtgemeinde Mittelweser, die in Liebenau stationierte Drehleiter des Landkreises Nienburg sowie die Polizei und ein Rettungswagen. Der Brandabschnittsleiter Süd, Ralf Tiedemann, sein Stellvertreter Bernd Hachmeyer und Gemeindebrandmeister Jürgen Meyer machten sich ebenso ein Bild der Lage vor Ort.

Mit Einreißhaken mussten einzelne Glutnester freigelegt werden. Foto: Habermann

Mit Einreißhaken mussten einzelne Glutnester freigelegt werden. Foto: Habermann

Für die meisten Einsatzkräfte endete der Einsatz am Sonntag gegen 22.30 Uhr. Die Feuerwehr Nendorf-Frestorf stellte über mehrere Stunden eine Brandwache an der Einsatzstelle, um einem etwaigen Wiederaufflammen von Glutnestern umgehend entgegenwirken zu können.

„Derzeit liegen uns keine Hinweise auf eine fahrlässige oder vorsätzliche Brandstiftung vor“, sagte Polizeisprecher Bergmann. Wie berichtet, war es in den vergangenen Monaten wiederholt zu Bränden von Wohnhäusern in der Gemeinde Stolzenau gekommen. Bei dem Feuer in einem Wohnhaus an der Ecke Hohe Straße/Hinterm Dahle war Anfang Juli ein Bewohner gestorben. Die zuständige Staatsanwaltschaft Verden geht hierbei davon aus, dass das Feuer vorsätzlich gelegt worden war. Darüber hinaus war es wiederholt zu Feuern an einem Wohnhaus am Holzhäuser Weg gekommen.

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Erstellt:
15. November 2020, 22:56 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 31sec

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