Autobahnpolizisten haben auf der A2 bei Porta Westfalica einen toten Wolf gefunden.  murmakova/Fotolia

Autobahnpolizisten haben auf der A2 bei Porta Westfalica einen toten Wolf gefunden. murmakova/Fotolia

Porta Westfalica 03.04.2019 Von Die Harke

Wolf auf A2 verendet

Autobahnpolizei entdeckt 38 Kilogramm schweres Tier bei Porta Westfalica

Autobahnpolizisten haben auf der A2 bei Porta Westfalica einen toten Wolf gefunden. Das hat das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz bestätigt. Es handelt sich um ein etwa 38 Kilogramm schweres männliches Tier. Die Autobahnpolizei Herford wurde am Samstag gegen 6.20 Uhr über einen Tierkadaver informiert, der von der Fahrbahn der A2 zu räumen sei. Vor Ort fanden die Polizisten einen toten Wolf mit schweren Verletzungen, die wahrscheinlich durch die Kollision mit einem Fahrzeug verursacht worden waren.

Gemäß Wolfsmanagementplan wurde der Kadaver sichergestellt und durch einen vom LANUV beauftragten Wolfsberater geborgen. Mit Genehmigung der unteren Naturschutzbehörde des Kreises Minden-Lübbecke wurde der Wolf anschließend zur veterinärpathologischen Untersuchung in das Leibniz Institut für Zoo- und Wildtierforschung in Berlin gebracht. Genetische Proben werden im Senckenberg Institut in Gelnhausen untersucht. Nach der Sektion wird der Wolf in die Sammlung des LWL-Museums für Naturkunde in Münster zur Präparation und Verbleib verbracht.

Es handelt sich um den zweiten in Nordrhein-Westfalen tot aufgefundenen Wolf. Bereits am 2. April 2017 wurde in Petershagen, Kreis Minden-Lübbecke, ein männlicher Wolf durch einen Verkehrsunfall getötet. Dieser Wolf wog 43 Kilogramm und war knapp zwei Jahre alt. Genetische Untersuchungen ergaben, dass er aus dem Rudel Altengrabow in Sachsen-Anhalt stammte. Dieser Wolf befindet sich als Präparat im LWL-Museum für Naturkunde in Münster, wo auch der 1835 bei Ascheberg erlegte Wolf verwahrt wird, der lange Zeit als letzter Wolf auf NRW-Gebiet galt.

Die Untersuchung toter Wölfe erfolge im Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung in Berlin (Leibniz-IZW), das deutschlandweit das Referenzinstitut für das Monitoring tot aufgefundener Wölfe ist. Alle Wolfskadaver durchlaufen dort ein an der Humanrechtsmedizin orientiertes Untersuchungsschema, welches Computertomographie, Sektion, sowie Histologie, Parasitologie, Virologie und Bakteriologie beinhaltet. So können etwaige Erkrankungen oder der Kontakt mit Krankheitserregern abgeklärt werden.

Die Routineuntersuchungen umfassen unter anderem Staupe Tollwut oder infektiöse Leberentzündung der Hunde. Die Untersuchungen werden von Kooperationspartnern des Leibniz-Instituts, dem Friedrich-Löffler-Institut (FLI), dem Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) und dem Landeslabor Berlin-Brandenburg durchgeführt. Im Zuge der Gesundheitsforschung am Wolf werden darüber hinaus alle Tierkörper auf die Infektion mit verschiedenen Viren und Bakterien untersucht.

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Erstellt:
3. April 2019, 11:27 Uhr
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