Auf einem Feld in Dörverden wurde ein erschossener Wolf entdeckt.Die Harke

Auf einem Feld in Dörverden wurde ein erschossener Wolf entdeckt.Die Harke

Wolf illegal geschossen

Toter Rüde nahe der Kreisgrenze gefunden / Das Tier hat die Größe des Rodewalder „Problemwolfs“

Nicht weit von der Grenze zum Kreis Nienburg in Dörverden hat ein Landwirt, der mit seinem Trecker unterwegs war, am Mittwochmorgen einen toten Wolfsrüden gefunden. Das Tier weist eine Schusswunde auf. Der Wolf entspricht in Alter und Größe dem Rodewalder Rüden. Ob es sich tatsächlich um den Rüden mit der amtlichen Bezeichnung „GW717m“ handelt oder um ein Tier eines anderen Rudels, ist nicht klar. Erst am 29. Oktober hatte das zuständige Landes-Umweltministerium die Abschussgenehmigung für den Rüden bis zum 31. Oktober verlängert.

Danach darf das Tier allerdings nicht von jedem Jagdberechtigten geschossen werden, sondern nur von Fachleuten des Landes und auch nur in einem genau festgelegten Gebiet. Der Bereich Dörverden gehört nicht dazu.

Nach dem Fund hat der Treckerfahrer zunächst die Besitzerin der Wiese informiert. Die wiederum setzte den zuständigen Verdener Wolfsberater Helmut Meyer in Kenntnis. Da der Wolf eine Schussverletzung im Kehlbereich hatte, und der Rüde offenbar illegal getötet wurde, habe er die Polizei alarmiert. Meyer brachte den Kadaver zunächst in das Wolfcenter nach Barme. Dort lagerte der in einer Kühlkammer, bis er vom niedersächsischen Wolfsbüro abgeholt wurde. Der Wolf wird nun in einem Berliner Labor untersucht.

„Fakt ist, dass hier ein toter Wolf vorgefunden wurde“, sagte Meyer auf HARKE-Anfrage. Zu welchem Rudel der Wolf gehört, sei aber nicht klar. Nur so weit legt Meyer sich fest: „Es war ein ganz starker Rüde.“ Trotz der Schusswunde sei das Tier in der Lage gewesen, noch einige Kilometer zurückzulegen. „Der Fundort muss also nicht auch der Tatort sein“, betont Meyer.

Diese Einschätzung bestätigt auch der Kreis-Nienburger Wolfsberater Hubert Wichmann, der das Rodewalder Rudel seit dessen Entdeckung begleitet: „Es ist zum jetzigen Zeitpunkt reine Spekulation, um welches Tier es sich handelt. Endgültige Sicherheit wird erst ein DNA-Vergleich bringen. Das Rodewalder Rudel ist im Bereich Rethem/Stöcken nachgewiesen worden, Dörverden wäre also Grenzgebiet.“ Wichmann mahnt zur Ruhe: „Wenn es tatsächlich der Rodewalder Rüde ist, wäre das nicht gut.“ Eines stellt der Wolfsberater jedoch unmissverständlich klar: „Der illegale Abschuss eines Wolfes ist eine Straftat, die streng verfolgt werden muss. Ich hoffe, dass der Täter ermittelt werden kann und entsprechend bestraft wird.“

Nach Auskunft von Raoul Reding, Wolfsbeauftragter der Landesjägerschaft, war die Verletzung des Wolfes nicht sofort tödlich. Der Fundort des Kadavers sei wahrscheinlich nicht der Ort, an dem der Schuss fiel. „Das verletzte Tier kann sich durchaus noch eine Strecke fortbewegt haben.“ Dafür sprächen auch Blutspuren vor Ort. Nach Redings Erffahrung wird es einige Zeit dauern, bis das Berliner Labor die DNA des toten Wolfes ermittelt hat: „Es dauert normalerweise neun bis zehn Tage, bis feststeht, ob eine DNA-Probe von einem Hund oder einem Wolf stammt. Die Ermittlung eines speziellen Individuums dauert naoch länger. Allerdings kann es durchaus sein, dass es in diesem Fall schneller geht, weil eine Straftat vorliegt.“

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Erstellt:
30. Oktober 2019, 20:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 30sec

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