Lucas Höler (l) konnte mit dem SC Freiburg einen Punkt in Wolfsburg ergattern. Foto: Sascha Steinbach/epa Pool/dpa

Lucas Höler (l) konnte mit dem SC Freiburg einen Punkt in Wolfsburg ergattern. Foto: Sascha Steinbach/epa Pool/dpa

Wolfsburg 13.06.2020 Von Deutsche Presse-Agentur

Wolfsburg verspielt Sieg gegen Europa-Konkurrent Freiburg

Völlig durchnässt stand Christian Streich nach dem Spiel in einem heftigen Wolfsburger Gewitterregen, aber das war dem Trainer des SC Freiburg nach diesen drei Tagen egal.

Am Donnerstag feierte er seinen 55. Geburtstag, am Freitag verlängerte er den Vertrag mit seinem Verein auch nach achteinhalb Jahren als Chefcoach ein weiteres Mal. Und am Samstag machten die Freiburger bei ihrem direkten Konkurrenten VfL Wolfsburg aus einem 0:2-Rückstand noch ein mehr als verdientes 2:2 (1:2)-Unentschieden. Das Rennen um die Europa-League-Plätze der Fußball-Bundesliga bleibt dadurch auch drei Spieltage vor dem Saisonende offen.

„Von der 38. Minute bis zum Schlusspfiff haben wir eines der besten Spiele dieser Saison gemacht. Ich ärgere mich ein bisschen, denn eigentlich hätten wir das Spiel noch gewinnen müssen“, sagte Streich.

Kurz vor und kurz nach der Pause glichen seine Spieler Lucas Höler (43. Minute) und Roland Sallai (46.) die beiden Treffer von Wolfsburgs Torjäger Wout Weghorst (14. /27./Foulelfmeter) wieder aus. Nach einer Stunde hatte der starke Sport-Club sogar noch die große Chance auf einen Sieg, doch VfL-Verteidiger Kevin Mbabu klärte nach einem Schuss von Philipp Lienhart kurz vor der Torlinie (61.). „Das Tor muss ich machen. Das tut mir richtig leid für die Mannschaft - der muss einfach rein“, sagte der österreichische Abwehrspieler.

Am Ende hatten die Wolfsburger sogar noch Glück, aber trotzdem verspielten sie am Samstag die große Chance, sich als Tabellensechster vielleicht schon entscheidend von allen Konkurrenten abzusetzen. Denn Sechster zu werden, bedeutet den direkten Einzug in die Europa League und keinen Umweg über die Qualifikationsspiele mehr, wie ihn der Siebtplatzierte erst noch nehmen muss. Und nach diesem 2:2 beträgt der Wolfsburger Vorsprung auf den Tabellensiebten TSG Hoffenheim weiter nur drei Punkte und auf den Tabellenachten Freiburg vier. Hätte der VfL seine Führung über die Zeit gebracht, wäre er schon auf fünf beziehungsweise sieben Zähler davongeeilt.

„Das war heute eine Riesenmöglichkeit für uns, einen Riesenschritt nach Europa zu machen. Das haben wir verpasst“, sagte ein tief enttäuschter Weghorst. „Nach dem 2:0 sind wir einfach ein bisschen zu passiv gewesen. Das war zu wenig, das geht einfach nicht.“

Der größte Wolfsburger Pechvogel war dabei Daniel Ginczek. Denn dem Stürmer wurden in der ersten Halbzeit gleich zwei Tore nach dem Einsatz des Videobeweises aberkannt. In der 22. Minute stellte Schiedsrichter Bastian Dankert beim Blick auf seinen Bildschirm nicht nur fest, dass Gincezk bei seinem ersten Treffer im Abseits stand, sondern dass es im Strafraum auch ein Foul des Freiburgers Nicolas Höfler gab. Also annullierte er das Tor, gab aber Elfmeter - und den verwandelte Weghorst (27.) zum scheinbar sicheren 2:0.

Wieder nur eine Minute später schien Gincezk mit dem 3:0 schon alles klar gemacht zu haben, doch wieder gab der Videoassistent dem Schiedsrichter ein Zeichen. Diesmal hatte sich der VfL-Stürmer selbst an die Fingerspitzen geköpft - auch das Tor zählte nicht.

„Ich hatte bisher noch nie das Glück, dass mir zwei Tore aberkannt wurden“, sagte Ginczek mit einem Augenzwinkern. „Das ist auch eine Premiere für mich, schade.“ Der 29-Jährige meinte aber auch: „Zumindest haben wir keine Punkte verloren, denn wir haben einen Punkt auf Hoffenheim gut gemacht. Natürlich hätten wir das Tor heute sehr, sehr weit aufstoßen können. Das ist uns aber nicht gelungen.“

So bleibt es dabei: Die „Wölfe“ können seit der Corona-Pause im eigenen Stadion nicht mehr gewinnen. Drei Auswärtssiegen stehen nun zwei tatsächliche und diese gefühlte Heimniederlage entgegen. Außerdem ist das Restprogramm mit Spielen in Mönchengladbach schon am Dienstag, bei Schalke 04 und gegen Bayern München nicht einfach.

Trotzdem sah Trainer Oliver Glasner die Dinge am Ende eher wie Ginczek als wie Weghorst. „Wenn man 2:0 und gefühlt sogar 3:0 führt, ist das natürlich bitter. Aber wenn ich die Chancen nach der Pause sehen, kann ich mit dem Punkt gut leben“, sagte der Österreicher. „Wer weiß, wofür dieser Punkt noch gut ist?“

Homepage des VfL Wolfsburg

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Erstellt:
13. Juni 2020, 18:56 Uhr
Lesedauer:
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