Der heimische CDU-Abgeordnete Dr. Frank Schmädeke (Mitte) machte in der Fraktionssitzung seine Ansichten zum Thema „Wolf ins Jagdrecht“ klar. Foto: Büro Schmädeke

Der heimische CDU-Abgeordnete Dr. Frank Schmädeke (Mitte) machte in der Fraktionssitzung seine Ansichten zum Thema „Wolf ins Jagdrecht“ klar. Foto: Büro Schmädeke

Landkreis 29.06.2020 Von Die Harke

„Wolfssichere Zäune sind eine Utopie“

Dr. Frank Schmädke macht sich in der CDU-Landtagsfraktion für die Aufnahme des Wolfes ins Jagdrecht stark

Nach intensiven und durchaus auch kontroversen Diskussionen bei der Fraktionssitzung in Hannover hat die CDU-Landtagsfraktion beschlossen, dass der Wolf bei der anstehenden Novelle des Jagdrechts in dieses aufgenommen werden soll.

Das hat CDU-Landtagsabgeordneter Dr. Frank Schmädeke mitgeteilt. „Wir wollen Klarheit schaffen. Der Wolf gehört ins Jagdrecht, und die Diskussion, ob und warum muss beendet werden. Die Nutztierhalter, wie zuletzt unsere niedersächsischen Pferdebesitzer, haben für das Hin und Her in der öffentlichen Diskussion kein Verständnis mehr“, schreibt er in einer Pressemitteilung.

Erst in der vergangenen Woche hatte sich Schmädeke gemeinsam mit seinen Landtagskollegen Gudrun Pieper und Karsten Heineking und mit Vertretern aus Pferdesport- und Zuchtverbänden getroffen (DIE HARKE berichtete). „Das Stimmungsbild ist eindeutig“, so der Abgeordnete, „und ich kann das gut nachvollziehen. Was wir jetzt brauchen, ist kein Aktionsplan oder ein Arbeitskreis, wir brauchen schlicht die richtigen Rahmenbedingungen, um den Wolf vernünftig zu managen und diese Schäden in Zukunft abzuwenden“.

Schmädeke vertritt die Ansicht, dass alle Argumente bereits genannt seien. Er fordert ein Ende der Diskussionen auf dem Rücken der Weidetierhalter und entschlossenes Handeln, nicht nur in Hannover.

„Bund und EU müssen einsehen, dass wir diesen Weg der Wiederansiedlung von Wölfen so nicht gehen können, und ich glaube auch nicht, dass man das bis zu diesen Konsequenzen vorgedacht hatte.“ Es gehe in Niedersachsen um den weltweiten Ruf als Pferdeland, um die Pflege der schützenswerten Kulturlandschaft und darum, ein Nebeneinander von Menschen, Weidetieren und Wölfen so umzusetzen, dass jeder zu seinem Recht kommen kann.

Das Argument, man wolle den Wolf wieder ausrotten lässt Schmädeke nicht gelten „Fuchs und Wildschwein sind auch im Jagdrecht und in einem sehr guten Erhaltungszustand“. Es gehe ihm darum, auch die Jägerschaft für diese anspruchsvolle Aufgabe zu gewinnen. „Wir brauchen unsere erfahrenen heimischen Jäger für ein erfolgreiches Management!“ Die erfolglose Bejagung des Rodewalder Rüden habe das deutlich gezeigt. Ebenso, wie spätestens nach dem Riss der Hannoveraner vor zwei Wochen, jedem klar sein sollte, dass „wolfssichere Zäune“ eine Utopie seien.

„Mit der Aufnahme in das Jagdrecht wollen wir die Voraussetzungen schaffen, dass Wölfe, die auffällig sind, zügig entnommen werden können. Dazu muss sich allerdings die Bundesumweltministerin Schulze endlich bewegen und dafür sorgen, dass der günstige Erhaltungszustand der Wolfspopulation, der längst erreicht ist, offiziell anerkannt wird“, ergänzt Martin Bäumer, der stellvertretender Vorsitzende der CDU-Landtagsfraktion. Mittelfristig fordere die CDU daher eine Obergrenze für die Wolfspopulation, wie sie zum Beispiel in Frankreich existiere.

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Erstellt:
29. Juni 2020, 20:28 Uhr
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