unsplash.com / @thomasjsn

unsplash.com / @thomasjsn

03.11.2020 Von Die Harke

Worin besteht der Vorteil eines virtuellen persönlichen Netzwerkes (VPN)?

Ein VPN schützt den Datenverkehr und verbirgt die Herkunft des Nutzers. Es wurde ursprünglich nicht zu dem Zweck entworfen, eine 100prozentige Anonymität im Netz zu garantieren, sondern diente und dient folgenden Zielen:

  • Schutz bei Nutzung öffentlicher Netzwerke
  • Umgehung von Geoblocking
  • Anbindung von Mitarbeitern von Außenstandorten an Firmennetzwerke

An dieser Stelle gibt es hilfreiche Informationen zur Frage Was ist VPN?

Speicherung von Daten durch ein VPN

Viele VPN-Anbieter speichern personenbezogene Daten und Logs, beziehungsweise weisen in ihren allgemeinen Geschäftsbedingungen darauf hin, dass sie diese Daten auf Anfrage an Strafbehörden weitergeben werden. Dazu sind sie je nach Serverstandort auch verpflichtet. Darüber hinaus ermöglichen Logs

  • die Bereitstellung eines Kundensupports
  • das Angebot von Tarifen mit Daten- oder Geschwindigkeitslimits
  • die Verbesserung der Performance
  • die Behebung von Problemen
  • die Sperrung von unseriösen Nutzern

Die Verbesserung der Verbindungen dient zum Beispiel der Erhöhung der Geschwindigkeit und verhindert Ausfälle. Das Anlegen von Logs hat sogar eine positive Seite, denn sie macht manche Angebote erst möglich und verbessert den Service für den Kunden. Dafür reicht es allerdings aus, die folgende Daten zu loggen:

  • die IP-Adresse des Nutzers
  • die zugewiesene IP-Adresse
  • Zeitpunkt und Dauer der Verbindung
  • Höhe des verbrauchten Datenvolumens

Viele Anbieter besitzen weder Server noch eigene Infrastruktur und mieten diese beispielsweise bei einem Rechenzentrum. Dessen Betreiber kann seinerseits Logs speichern und im schlimmsten Fall nach Ablauf des Mietverhältnisses nutzen. Der Nutzer eines VPN sollte sich aus diesen Gründen bewusst sein, dass seine Daten nie zu 100 Prozent anonym sind.

Was kann ein VPN nicht leisten?

Ein VPN unterdrückt nur die IP-Adresse, verbirgt aber keine Cookies, Browser-Addons oder Spracheinstellungen. Daher sollte man regelmäßig die Browserfunktionen zum Löschen dieser Daten nutzen. Cookies stellen allerdings nur eine von vielen Möglichkeiten des Trackings dar, und in vielen Fällen kommt eine Kombination aus unterschiedlichen Verfahren zum Einsatz. Ein Beispiel dafür ist das Canvas-Fingerprinting. Es macht sich den Umstand zunutze, dass die Darstellung von Text unter anderem vom Betriebssystem, dem Browser, der Grafikkarte und dem Grafiktreiber abhängt. Im Browser wird ohne Wissen des Nutzers ein verborgener Text hinterlegt, der sich durch einen hohen Wiedererkennungswert auszeichnet und die Surfgewohnheiten des Nutzers aufdeckt. Canvas-Fingerprinting lässt sich beispielsweise durch Browser-Addons oder den Werbeblocker AdblockPlus verhindern.

Ein VPN schützt nur die Verbindung vom Anwender zu den VPN-Servern, nicht jedoch das letzte Teilstück der Datenverbindung von den VPN-Servern zum Empfänger. Dieser Abschnitt ist nach wie vor durch die Transport Layer Security (TLS)-Verschlüsselung gesichert. Dies trifft allerdings nicht auf http-Verbindungen zu, die ein Sicherheitsrisiko darstellen, da ihre Übertragung unverschlüsselt erfolgt.

Ein VPN ersetzt nicht die Eigenverantwortung beim Surfen

In vielen Fällen hinterlässt ein Nutzer Informationen im Netz, beispielsweise bei

  • der Erstellung von Blogbeiträgen
  • der Nutzung von Clouddiensten
  • der Aktivität in sozialen Netzwerken

Online-Konten sind oft mit den richtigen Namen verknüpft und geben dadurch mehr über seinen Inhaber preis, als diesem lieb ist. Daneben sorgt das Tracking durch Smartphone-Apps für einen permanenten Nachschub an Daten für Werbefirmen. Ein VPN ist unverzichtbar für die eigene Sicherheit im Internet - es befreit den Nutzer aber nicht von der Verpflichtung, auf seine Surfgewohnheiten zu achten.

Bei der Auswahl eines VPN-Anbieters ist ebenfalls Vorsicht geboten, da sich besonders unter den kostenlosen Diensten einige schwarze Schafe tummeln. Manches VPN-Tool erweist sich bei näherem Hinsehen als Trojaner. Daher sollte man zunächst auf der Webseite des Anbieters prüfen, ob ein kompletter Firmenname, ein Impressum und eine Telefonnummer vorhanden sind. Letztendlich ist es eine Frage des Vertrauens, für welchen Anbieter man sich entscheidet.

Zum Artikel

Erstellt:
3. November 2020, 07:43 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 48sec

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen


Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.