Die Pläne des Nienburger Bürgermeister Henning Onkes zur Aufwertung des "Wesavi"-Freibades: Riesenrutsche und Sprungturm. Stadt

Die Pläne des Nienburger Bürgermeister Henning Onkes zur Aufwertung des "Wesavi"-Freibades: Riesenrutsche und Sprungturm. Stadt

Nienburg 01.04.2016 Von Sebastian Stüben

Wünsche der Badegäste erhört: Rutsche und Sprungturm kommen

Stadtrat soll am kommenden Dienstag Okay für Aufwertung des Wesavi-Außenbereiches geben – Kosten: rund fünf Millionen Euro

Nienburg. Die Kritik am Nienburger 15-Millionen-Euro-Schwimmbad „Wesavi“ ist auch im zweiten Betriebsjahr nicht verstummt. Noch immer der Hauptkritikpunkt: Die Badebutze mit Freibad ist zu langweilig für junge Besucher. Das soll sich jetzt ändern. Nienburgs Bürgermeister Henning Onkes hat offenbar die Wünsche der potenziellen Badegäste erhört und eine Aufwertung des Freibadbereiches planen lassen. Er will eine Riesenrutsche und einen Sprungturm. Die Politik muss dem Vorhaben noch zustimmen. Geschätzte Kosten: fünf Millionen Euro. Ein extra eingeschobener Tagesordnungspunkt für den Nien­burger Stadtrat am kommenden Dienstag (5. April) soll für eine schnelle Umsetzung der Bürgermeister-Pläne sorgen. Onkes hofft nach eigenen Angaben darauf, dass der Zehner und die Röhrenrutsche bis zur Eröffnung der Freibadsaison 2017 stehen. Baubeginn wäre nach Plänen der Stadtverwaltung im Herbst dieses Jahres.

„Das soll gleich nach Ende der Freiluftsaison losgehen“, sagte Onkes gestern im Gespräch mit der Harke. „Wir müssen einfach etwas tun, um das ,Wesavi‘ auch für die jungen Badegäste attraktiver zu machen. Und die wollen nun einmal einen Sprungturm. Die Rutsche mit Looping-Schleife wird ein echtes Alleinstellungsmerkmal für unser Bad.“

Der Turm soll vier Absprungflächen bekommen – und ein eigenes neues Vier-Meter-Becken. „Das Büro, das wir mit den Planungen beauftragt haben, hat ein Ein-Meter-Brett vorgesehen und dann jeweils feste Absprungflächen für drei Meter, fünf Meter und zehn Meter“, sagt Onkes. Die Rutsche startet nach Stadt-Plänen auf einer Höhe von rund 25 Metern. Von dort aus geht es die ersten Meter fast senkrecht in die Tiefe, bevor der Rutschende durch einen leicht zur Seite geneigten Looping rast. Über einen langen Auslauf geht es dann in das neue Sprungturmbecken. „Diese Rutsche wird wirklich spektakulär. Allein die Aussicht von der Startplattform aus über Nienburg ist den Aufstieg wert“, sagt Onkes.

In der Nienburger Kommunalpolitk stoßen die Freibadpläne des Bürgermeisters auf ein geteiltes Echo. Kritik gibt es seitens der Mandatsträger nicht nur an den Plänen selbst, sondern auch am Vorgehen des Bürgermeisters, der die Planerstellung eigenmächtig in Auftrag gegeben habe und die Politik jetzt unter Druck setze.

Der „Wesavi“-Aufsichtsratsvorsitzende und CDU-Stadtrats-Abgeordnete Georg Hennig sagte gestern auf Harke-Nachfrage: „Ich finde es richtig, etwas zur Steigerung der Attraktivität des Bades zu tun. Allerdings sind fünf Millionen Euro einfach zu viel Geld. Das Argument des Bürgermeisters, lieber 20 Millionen auszugeben und etwas Gutes zu haben, als 15 Millionen für ein Bad, das die Menschen nicht annehmen, kann ich so nicht akzeptieren. Es gehörte einfach nicht zum Konzept des Bades, ein Aktionsangebot im Außenbereich anzubieten.“

Kurz vor der Kommunalwahl im Herbst dieses Jahres fällt es den Stadtratsmitgliedern offenbar aber schwer, ein solch populistisches Vorhaben des Bürgermeisters nicht zu unterstützen. „Auch wenn es hier um viel Geld geht, werden die meisten Bürger von den Ideen des Bürgermeisters begeistert sein“, sagt Hennig: „Hier sollten wir fraktionsübergreifend zu einer abgestimmten Entscheidung finden.“ Die öffentliche Sitzung des Stadtrates beginnt am Dienstag um 18 Uhr im Nienburger Rathaus.

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Erstellt:
1. April 2016, 00:00 Uhr
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