Nikias Schmidetzki DH

Nikias Schmidetzki DH

Kolumnen 23.10.2017 Von Nikias Schmidetzki

Würdevoll und majestätisch

Die Stimmung ist quasi an ihrem Siedepunkt angelangt, eine Steigerung kaum noch möglich. Der DJ kennt kein Erbarmen. Auf Roland Kaiser folgt Micky Krause folgt Drafi Deutscher folgt der Pur-Megamix und zu ganz später Stunde auch noch AC/DC. In vollen Partyzelten schieben sich die Feiernden über das Parkett. Alles kein Problem. Die fröhliche Horde kniet auf dem Fußboden und poltert zu „We will rock you“ mit den Händen auf die Dielen. Warum nicht? Und selbst der Ententanz mit dem Nachwuchs kostet dank Kinderdisco im Urlaub keine Überwindung mehr. Aber diese Polonaise – daran kann ich mich nicht gewöhnen. Und ich gebe es zu: Ich will auch gar nicht vom Tanzen verschwitzte Schultern fremder Menschen vor mir her schieben.

Tatsächlich ist die Polonaise, so beschreibt es Wikipedia, ein polnischer Nationaltanz, bei dem Tanzpaare im Reigen und moderatem Tempo nach bestimmten Figuren – und jetzt wird es wichtig: „würdevoll und majestätisch“ – zu einer Musik im Polonaise-Rhythmus durch den Saal schreiten. Und genau das spreche ich den meisten Polonaisen, die ich bislang erlebt haben, ab.

Maßgeblichen Anteil daran haben dürfte übrigens ein gewisser Werner Böhm, der es als Gottlieb Wendehals mit der „Polonäse Blankenese“ auf gefühlt jede zweite Party im deutschsprachigen Raum geschafft hat.

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Erstellt:
23. Oktober 2017, 21:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 1min 39sec

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