Die Johanniter haben das bunte Treiben vor der „Deichbrand“-Bühne im Blick. Johanniter

Die Johanniter haben das bunte Treiben vor der „Deichbrand“-Bühne im Blick. Johanniter

Nordholz/Landesbergen 28.07.2019 Von Die Harke

Wundversorgung und Konzerte

Landesberger Johanniter beim „Deichbrand“-Festival im Einsatz

Noreen Barg, Eric Knipping und Frederike Donow von den Landesberger Johannitern sind als Sanitäter beim Musikfestival „Deichbrand“ in Nordholz bei Cuxhaven gewesen. Mit rund 700 Kollegen aus anderen Ortsverbänden haben die drei rund 60.000 Festivalbesucher bei Schnittverletzungen, Schürfwunden oder Alkoholvergiftungen versorgt. „Wir waren in der größten von insgesamt acht Unfallhilfsstelle auf dem großräumigen Veranstaltungsgelänge mit Helfern aus verschiedenen Ortsverbänden im Einsatz“, sagt Barg: „Dort wurden alle Patienten behandelt, die im weiteren Verlauf ins Krankenhaus gebracht werden mussten.“ Geschlafen haben die drei Sanitäter aus Landesbergen in einer nahegelegenen Turnhalle auf einem Bundeswehrgelände. Mit einem Shuttle-Bus ging es jeden Morgen über das weitläufige Open-Air-Gelände zur Sanitätsstelle. „Außerhalb der Schichten hatten wir die Möglichkeit, uns Konzerte anzuhören, jedoch stand im Hinterkopf immer der Dienst am nächsten Tag“, sagt Knipping.

Langeweile kam für die heimischen Einsatzkräfte aufgrund der imposanten Besucherzahlen nicht auf. „Es gab viele Verletzungen und Erkrankungen von Schnittwunden über umgeknickte Füße und alkoholbedingte Einschränkungen bis hin zum Herzinfarkt zu behandeln. Somit konnten wir viele Erfahrungen sammeln und einiges dazu lernen. Trotz der anstrengenden Zwölf-Stunden-Schichten, dem wenigen Schlaf und den teilweise kritischen Patienten ist die Stimmung der Helfer untereinander vorbildlich gewesen“, sagt Donow.

Imposante Bilanz nach drei anstrengenden Tagen Rockspektakel für die Helfer der Johanniter: 3.045 Patientenkontakte. Davon 1.900 Bagatellverletzungen wie kleine Schnittwunden, 1.145 dokumentierte Verletzungen – von Schürfwunden, alkoholbedingten Problemen, Prellungen, Stauchungen, Atembeschwerden bis hin zu Brandverletzungen sowie 129 Transporte in die umliegenden Krankenhäuser.

„Wir freuen uns, dass es eine friedliche Veranstaltung für alle Besucher war und das Wetter größtenteils mitgespielt hat“, sagt Thorsten Ernst, Einsatzleiter der Johanniter auf dem Deichbrand Festival: „Die Zahl der Behandlungen ist geringer als im vergangenen Jahr. Vermehrt ist es in diesem Jahr zu Verletzungen des Sprunggelenks gekommen“.

Auch das Gewitter, das am Samstagabend über den Flugplatz in Nordholz zog, bereitete keine größeren Schwierigkeiten. Überschattet wurde die Veranstaltung von einem Todesfall. Eine 26-Jährige Frau wurde leblos in ihrem Zelt gefunden. Trotz eingeleiteter Wiederbelebungsmaßnahmen konnte die Festivalbesucherin nicht gerettet werden.

Die Zusammenarbeit mit dem Veranstalter, der Gemeinde Wurster Nordseeküste, dem Landkreis Cuxhaven, Rettungsdienst, Feuerwehr, Polizei sowie allen anderen beteiligten Organisationen war nach Angaben der Johanniter vorbildlich. Dies habe wesentlich zum Gelingen des Einsatzes beigetragen.

Eines steht nun schon fest: Beim nächsten „Deichbrand“-Festival sind alle drei heimischen Einsatzkräfte auf jeden Fall wieder mit dabei. Sie wollen nach eigenen Worten geschlossene Freundschaften zu Helfern aus anderen Verbänden weiter pflegen.

Eric Knipping, Noreen Barg und Frederike Donow (von links) von den Landesberger Johanniter zurück vom „Deichbrand“-Einsatz. Johanniter

Eric Knipping, Noreen Barg und Frederike Donow (von links) von den Landesberger Johanniter zurück vom „Deichbrand“-Einsatz. Johanniter

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Erstellt:
28. Juli 2019, 23:11 Uhr
Lesedauer:
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