Alexander Zverev ist beim ATP-Turnier in Mexiko disqualifiziert worden. Foto: Eduardo Verdugo/AP/dpa

Alexander Zverev ist beim ATP-Turnier in Mexiko disqualifiziert worden. Foto: Eduardo Verdugo/AP/dpa

Acapulco 23.02.2022 Von Deutsche Presse-Agentur

Wutanfall: Tennis-Ass Zverev disqualifiziert

Für Tennisstar Alexander Zverev ist das Turnier in Acapulco vorzeitig zu Ende. Nach einem Wutausbruch wird er disqualifiziert. Doch was hat den Olympiasieger nur so auf die Palme gebracht?

Mit einem Ausraster hat Alexander Zverev beim Tennis-Turnier in Acapulco nicht nur seine Chancen auf die Titelverteidigung zerstört, sondern auch sein durch den Sieg bei Olympia gerade etwas besseres Image wieder stark ramponiert. Zverev schlug nach einer eigentlich unbedeutenden Niederlage im Doppel mehrmals mit seinem Tennisschläger gegen den Schiedsrichterstuhl, auf dem der Unparteiische sogar noch saß. Einmal traf der 24-Jährige dabei beinahe den Fuß des Referees, den er kurz zuvor nach einer umstrittenen Entscheidung bereits mehrmals lautstark beleidigt hatte. Die Herren-Organisation ATP reagierte sofort und schloss Zverev wegen „unsportlichen Verhaltens“ vom weiteren Turnierverlauf aus. Der Münchner Peter Gojowczyk zog daher kampflos ins Viertelfinale ein. Nur wenige Stunden, nachdem sich Zverev mit seinem spektakulären Erstrundensieg um 4:55 Uhr morgens in die Geschichtsbücher des Tennis gespielt hatte, sorgte Zverev damit für ein unrühmliches Kapitel. Am folgenden Morgen entschuldigte sich Zverev via Instagram für seinen Ausraster. „Es ist schwer in Worte zu fassen, wie sehr ich mein Verhalten während und nach dem gestrigen Doppel bereue“, schrieb er. „Ich habe mich privat beim Stuhlschiedsrichter entschuldigt, weil mein Ausbruch ihm gegenüber falsch und inakzeptabel war, und ich bin nur von mir selbst enttäuscht. Es hätte einfach nicht passieren dürfen, und es gibt keine Entschuldigung.“ Er wolle nun die Lehren aus dem Vorfall ziehen. „Ich werde die kommenden Tage nutzen, um über meine Taten nachzudenken und wie ich sicherstellen kann, dass so etwas nicht wieder vorkommt“, schrieb Zverev. Wahrscheinlich wäre es angesichts der Strapazen - noch nie war ein Spiel auf der ATP Tour später zu Ende gegangen - klüger gewesen, auf einen Start im Doppel mit seinem Kumpel Marcelo Melo aus Brasilien zu verzichten. Doch Zverev spielte und verlor mit Melo zunächst gegen den Briten Lloyd Glasspool und den Finnen Harri Heliovaara im Match Tiebreak mit 2:6, 6:4, 6:10 - und danach völlig die Fassung. Dass er nach dem Ausraster seinen demolierten Schläger einem Fan schenkte, dürfte Zverev nur bei diesem Anhänger ein paar Sympathiepunkte gebracht haben. Neue Kratzer am ImageAnsonsten hat das Image des deutschen Sportlers des Jahres wieder deutliche Kratzer bekommen. International wird Zverev eh kritisch gesehen, laufen doch nach wie vor Ermittlungen der ATP gegen ihn wegen noch unbewiesener Gewaltvorwürfe seiner Ex-Freundin Olga Scharypowa. In der Heimat hatte sich das Bild des gebürtigen Hamburgers dagegen zuletzt gewandelt. Die Art und Weise, wie Zverev bei den Olympischen Spielen in Tokio Gold gewann und dabei stets glaubhaft versicherte, wie viel ihm diese Medaille für Deutschland bedeute, hatten seine Sympathiewerte deutlich steigen lassen. Der aktuelle Ausraster beim Turnier in Acapulco reiht sich nun in seinen sportlichen Fehlstart ins Jahr 2022 ein. Mit großen Ambitionen und dem Ziel, endlich ein Grand-Slam-Turnier zu gewinnen, war Zverev in die Saison gegangen. Doch bei den Australian Open war für ihn nach einer rätselhaften Leistung gegen den Kanadier Denis Shapovalov bereits im Achtelfinale Schluss. Die verpasste Titelverteidigung in Acapulco bedeutet nun ein weiteren Rückschlag, zumal er auch bei seinem Erstrundensieg gegen den Amerikaner Jenson Brooksby nur kämpferisch überzeugt hatte. Wie es für ihn nun weitergeht, ist noch unklar. Als nächstes ist ein Start beim Masters-1000-Event in Indian Wells geplant. Ob Zverev neben der Disqualifikation in Acapulco weitere Konsequenzen drohen, ist noch unklar. Die ATP äußerte sich dazu am Mittwoch nicht weiter. Möglich wären eine Geldstrafe oder eine Sperre.

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Erstellt:
23. Februar 2022, 18:11 Uhr
Lesedauer:
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