Im Corona-Testzentrum der Kassenärztlichen Vereinigung in Nienburg ist die Zahl der Tests zuletzt zurückgegangen. Foto: Stüben

Im Corona-Testzentrum der Kassenärztlichen Vereinigung in Nienburg ist die Zahl der Tests zuletzt zurückgegangen. Foto: Stüben

Nienburg 15.05.2020 Von Sebastian Schwake

Zahl der Tests geht deutlich zurück

Corona-Testzentrum in Nienburg ist nur noch an drei Tagen in der Woche geöffnet, bleibt aber vorerst bestehen

Das von der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen (KVN) in Nienburg betriebene CoronaTestzentrum nimmt wegen deutlich rückläufiger Coronaverdachtsfälle nur noch an drei Tagen in der Woche Abstriche von möglicherweise erkrankten Menschen.

„Die Zahl der Testanforderungen ist enorm gesunken, weil viele Praxen jetzt die Testungen in den eigenen Praxen durchführen, was wünschenswert ist. Deshalb haben wir die Testzeiten im Testzentrum angepasst“, sagt Michael Schmitz, Geschäftsführer der KVN-Geschäftsstelle Verden, die auch für Nienburg zuständig ist. In Diepholz ist das Testzentrum bereits geschlossen, in Nienburg plant die KVN derzeit für jeweils zwei Wochen.

„Wir beobachten die weitere Entwicklung. Wenn die Praxen selber testen, weil mittlerweile ausreichende Schutzausrüstung in den Praxen vorhanden ist, wird die Testzahl weiter sinken. Durch die Testungen in den Praxen bleibt vielen Patienten der lange Weg in das Testzentrum erspart. Wir planen regelmäßig für etwa 14 Tage. Derzeit werden die Dienstpläne bis Pfingsten erstellt“, erläutert Michael Schmitz.

Eine plötzliche Schließung ohne Rücksprache werde es nicht geben. „Eine Schließung wird nur in vorheriger Abstimmung mit den niedergelassenen Ärzten erfolgen und mit einem entsprechenden zeitlichen Vorlauf“, erläutert der KVN-Geschäftsführer.

Derzeit werden im Corona-Testzentrum im Durchschnitt zwischen 15 und 20 Tests gemacht. Insgesamt wurden dort bislang 700 Tests gemacht. Dort sind immer eine Ärztin oder ein Arzt und mindestens eine medizinische Fachangestellte tätig.

Landesweiter Test-Rückgang um 30 Prozent

Auch landesweit sei die Zahl der Tests in den vergangenen 14 Tagen deutlich zurückgegangen – um rund 30 Prozent gegenüber dem Zeitraum von Mitte März bis Ende April, sagt der Pressesprecher der KVN, Detlef Haffke.

Das hieße nach Angaben des Sprechers aber nicht, dass es nicht mehr so viele Infizierte gebe. Für den Rückgang gebe es mehrere Gründe. Bei der KVN gebe es grundsätzliche Überlegungen, die Kapazitäten in den 40 Testzentren in Niedersachsen herunterzufahren oder auch einzelne Standorte einzustellen.

Das liege neben weniger Tests auch daran, dass immer Abstriche in Hausarztpraxen gemacht würden, weil für das dort arbeitende Personal die entsprechende Schutzausrüstung jetzt ausreichend vorhanden sei, was zu Beginn der Pandemie nicht so gewesen sei. So wurden am Freitag vergangener Woche letztmals Abstriche im Testzentrum der KVN in Diepholz gemacht. Am Montag hatten im Nachbarlandkreis die hausärztlichen Praxen diese Arbeit übernommen.

Testzentren kosten viel Geld

Zudem sorgten die Testzentren für hohe Kosten, nennt Sprecher Haffke einen weiteren Grund, warum die KVN die Testzentren zurückfahre. Andererseits gebe es in der Politik derzeit Überlegungen für Reihentests beispielsweise in Alten- oder pflegemeinen sowie Krankenhäusern. Diese könnten in den bestehenden Testzentren durchgeführt werden. „Aber dann müsste die Kostenfrage geklärt sein“, sagt Sprecher Haffke.

Die KVN hat wenige Tage nach Auftreten der ersten Verdachtsfälle in Deutschland die ersten Coronatestzentren in Niedersachsen eröffnet. Die Zentren seien auch deswegen eröffnet worden, um Hausärzten und ihr Personal zu schützen. Bei einem positiven Fall in einer Arztpraxis hätte diese umgehend geschlossen werden müssen.

In den Testzentren werden von Patienten Abstriche genommen, bei denen ein begründetes Risiko einer Infektion mit dem Coronavirus besteht, und die vom Hausarzt entsprechend geschickt worden sind. Voraussetzung für einen Abstrich ist die direkte Anmeldung von Patienten, bei denen sich der Verdacht einer möglichen Infektion ergeben hat, durch deren Hausärzte oder durch die Ärzte des kassenärztlichen Bereitschaftsdienstes.

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Erstellt:
15. Mai 2020, 18:57 Uhr
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