Arne Hildebrandt DH

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Zehn Jahre Euro

Die letzte Mark

Wann haben Sie die letzte Mark ausgegeben? Bei mir war es am 4. Januar 2002: Mein letzter 20-Mark Schein wechselte den Besitzer. Hätte ich es nicht notiert, hätte ich es längst vergessen. Zehn Jahre Euro: Viele haben sich bewusst einen D-Markschein, Markstücke oder Groschen aufgehoben. Eben als Erinnerung an unsere gute alte Mark.

Erinnern Sie sich noch, dass vor zehn Jahren in Nienburg die Parkuhren abgeschafft wurden, weil der Euro kam? Schluss mit Parken für ein paar Groschen.

Die Umstellung auf den Euro lief unspektakulär. Aber das Interesse, das neue Geld in den Händen zu haben, war groß. Die Banken erlebten einen regelrechten Ansturm, mit dem sie so nicht gerechnet hatten.

Euro gleich Teuro: Davon spricht heute kaum noch jemand. Einige Branchen hatten die Umstellung tatsächliche ausgenutzt. Die größten Klagen kamen damals aus der Gastronomie. Irgendwie musste man immer aufpassen, nicht übers Ohr gehauen zu werden. Mir ging das zumindest so. Inzwischen rechne ich kaum noch in D-Mark um. Aber auch nach zehn Jahren ist mitunter der Effekt noch da: Ist ja alles so günstig. Dabei erscheint es ja nur so. Ich sehne mich nicht mehr nach der D-Mark zurück wie in den ersten Jahren, aber richtig glücklich bin ich heute noch nicht mit dem Euro: Die Münzen unterscheiden sich schlecht, sind also unpraktisch.

Kürzlich habe ich einen Plastikbeutel voller D-Mark-Scheine weggeworfen. 30?000 Mark waren drin. Zerschnippelt von der Landeszentralbank. Mein früherer Kollege hatte den Beutel vor zehn Jahren mitgebracht. War irgendwie originell. Das schöne Geld, dachte ich allerdings immer. Doch nach Jahren lagen die Schnipsel einfach nur noch unbeachtet im Schrank.

Arne Hildebrandt

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Erstellt:
2. Januar 2012, 00:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 1min 52sec

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