Sabine Lüers-Grulke DH

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Zehn Jahre her

„Dosenpfand-Lümmel“

„Ich bin der Dosenpfand-Lümmel.“ Mit diesen Worten stellte sich am Freitagabend Jürgen Trittin, Spitzenkandidat der Grünen im Bund, im Nienburger Kulturwerk vor. Das Dosenpfand ist das erste, was vielen Leuten zu diesem umstrittenen Politiker einfällt, weil es in seine Amtszeit als Umweltminister fiel: Vor genau zehn Jahren trat es in Kraft. Dabei war es genaugenommen Trittins Vorgänger im Amt, Klaus Töpfer (CDU), der das Pfandwertsystem beschlossen hatte.

Was damals als „Schwachsinn“ bezeichnet wurde, ist heute Normalität: Gott sei Dank. Bierdosen müllen nicht mehr Straßen, Parks und Eisenbahnabteile zu. Bier wird zu rund 88 Prozent aus Mehrwegflaschen getrunken. Insgesamt ist das Pfandsystem jedoch in den zehn Jahren nicht so erfolgreich geworden wie erhofft. Gerade beim Mineralwasser ist nicht mal jede zweite Flasche eine Mehrwegflasche. 2003 waren es noch zwei Drittel. Das liegt daran, dass die Discounter dem Kunden gar keine Wahl lassen: Dort werden ausschließlich PET-Einwegflaschen angeboten. Und immer mehr Kunden, sowohl Ältere als auch Single-Haushalte, decken dort preiswert ihren Getränkebedarf, ohne schwere Kisten zu schleppen.

Immerhin: Das Recycling von Getränkedosen spart bis zu 95 Prozent der Energie, die zur Neuproduktion von Metall benötigt wird. So ganz richtig machen es aber nur die Biertrinker, die zumeist kein „Plastikbier“ sondern lieber aus der Glasflasche trinken. Sabine Grulke

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Erstellt:
14. Januar 2013, 00:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 1min 40sec

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