Ein Tsunami hatte verheerende Folgen für das Kraftwerk in Fukushima. Foto: dpa

Ein Tsunami hatte verheerende Folgen für das Kraftwerk in Fukushima. Foto: dpa

Nienburg 27.02.2021 Von Die Harke

Zehn Jahre nach Fukushima: Mahnwache

Sie findet am kommenden Samstag auf dem Nienburger Ernst-Thoms-Platz am Ende der Langen Straße statt

Vor fast zehn Jahren, am 11. März 2011, nahm eine Unfallserie, die zur Nuklearkatastrophe von Fukushima führte, seinen Anfang. Es ist eines der Unglücke, an die der Anti-Atom-Kreis Nienburg mit einer Mahnwache am Samstag, 6. März, ab 11 Uhr auf dem Ernst-Thoms-Platz an der Ecke Lange Straße/Stahn-Wall in Nienburg hinweisen will.

„Es ist kein Jahrestag, der an etwas Vergangenes erinnert, sondern er lenkt unseren Blick auf die noch andauernde Katastrophe in Japan“, teilen die Organisatoren mit. Die Anti-Atom-Bewegung habe hierzulande schon eine Menge erreicht. Schon seit 1982, also bereits deutlich vor der Tschernobyl-Katastrophe, habe es kein Unternehmen mehr gewagt, in Deutschland mit dem Bau eines neuen Atomkraftwerks zu beginnen, heißt es weiter.

Der letzte Meiler sei am 29. Dezember 1988 in Neckarwestheim in Betrieb gegangen. Zwar sei der Ausbau auch in den meisten anderen europäischen Ländern gestoppt. Doch Deutschland werde erst 2023 nach Italien 1990 und Litauen 2009 das dritte europäische Atom-Land sein, das alle seine Atomkraftwerke abgeschaltet hat. „Das Risiko eines atomaren Super-GAUs ist also auch in unserem Land eine allgegenwärtige und sehr reale Bedrohung. Und jeden Tag werden ungeheure Mengen von hochradioaktivem Atommüll produziert, von denen niemand weiß, wohin damit“, beklagt der Anti-Atom-Kreis.

Mitglied Uwe Schmädeke sagt dazu: „Im Moment kommt es mir so vor, dass viele denken, wir sind doch ausgestiegen und man müsse folglich zu dem Thema nichts mehr tun. Allerdings sehe ich auch, dass es immer noch viele gibt, die wieder in die Atomkraft einsteigen wollen.“ Es gebe Stimmen, die vermeintlich saubere Atomkraft als Heilmittel gegen den Klimawandel propagieren. Der Tag solle auch daran erinnern, dass die sechs noch laufenden Atomkraftwerke immer älter und störanfälliger werden.

Mit der Mahnwache will der Anti-Atom-Kreis an die seit zehn Jahren andauernde Reaktorkatastrophe im japanischen Fukushima erinnern und gleichzeitig seine Forderung nach einem sofortigen Aus für alle Atomanlagen und dem sofortigen Stopp der restlichen sechs Atomkraftwerke in Deutschland erneuern.

Schmädeke fasst die aktuelle Situation so zusammen: „Zehn Jahre dauert die Katastrophe in Japan nun schon an – und immer mehr wird ihr wahres Ausmaß sichtbar: immer noch gesperrte, kontaminierte Gebiete, gesundheitliche Folgeschäden durch Strahleneinwirkung in der Bevölkerung und noch immer außer Kontrolle geratene Reaktoren.“

Die Mahnwache in Nienburg soll laut Veranstaltern die Verbundenheit mit den Opfern und der Bevölkerung in Japan zeigen und gleichzeitig die hiesige Bevölkerung daran erinnern, dass auch in Deutschland noch gefährliche Atomkraftwerke in Betrieb sind, in denen es jederzeit auch zu einem Super-GAU kommen kann. Das nächste steht nur rund 60 Kilometer von Nienburg entfernt in Grohnde.

Zum Artikel

Erstellt:
27. Februar 2021, 13:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 21sec

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen


Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.