Edda Hagebölling
 DIE HARKE

Edda Hagebölling DIE HARKE

Nienburg 07.07.2019 Von Edda Hagebölling

Zehn interessierte Frauen

Dienstag Wolfsdiskussion in Sonnenborstel, Mittwoch Infos über die neue Umgehungsstraße zwischen Nienburg und Rohrsen. Es wurde echt nicht langweilig in den letzten Tagen vor den Sommerferien.

In Sonnenborstel waren nach Ablauf der Veranstaltung alle so schlau wie vorher. In der Diskussion um die Frage, wie es weitergehen kann zwischen dem Wolf und den Menschen war man keinen Schritt von der Stelle gekommen. „Ich sehe keine Lösung“ war dann auch Otto Thießes Fazit in dem Beitrag in „Hallo Niedersachsen“. Das NDR Fernsehen hatte einen kleinen Teil der Diskussion aufgegriffen und zu einem eigenen Beitrag verarbeitet. Die Diskussion selbst war am Mittwoch im Radio zu hören.

So ernüchternd wie das Ergebnis der Veranstaltung war aber auch die Diskussion selbst. Purer Hass hüben wie drüben. Sowohl die krawallartigen Auftritte der Wolfsschützer als auch die Forderung „Aufhängen“ der Wolfsgegner machten sprachlos. Fragen könnte man sich im Verlauf des Abends auch, ob man mit Umweltminister Lies an diesem Abend anders umgegangen wäre, wenn er ein anderes Parteibuch hätte.

Ruhig würde es in dem Zelt am „Jägerkrug“ in Sonnenborstel, in dem ein paar Tage zuvor noch Abiball gefeiert wurde, wenn Frank Faß, Leiter des Wolfcenters Dörverden, zu Wort kam. Er wurde nicht müde, zu fordern, sich von der Pro-und- Contra-Denke zu verabschieden und endlich verbindliche Kriterien für den Umgang mit dem Wolf festzulegen. „Den würde ich mir als Berater in die Regierung holen“, so Steimbkes Samtgemeindebürgermeister Knut Hallmann.

Eher gedrückte Stimmung dann am Tag darauf in der TKW-Halle bei der Infoveranstaltung rund um die Verlegung der B 215 zwischen Nienburg und Rohrsen. Während in Holtorf die Sektkorken knallen, gab es betretene Gesichter bei denen, die von der Trassenführung betroffen sind. In erster Linie die vielen Menschen in Erichshagen, die befürchten, nicht mehr entspannt auf ihrer Terrasse sitzen zu können, aber auch die Menschen in Drakenburg und Rohrsen, die schon ihr ganzes Leben dort wohnen, wo die neue B215 wieder in die alte einmünden soll.

Natürlich ist auf der Verdener Landstraße und erst recht auf der Celler Straße viel zuviel Verkehr. Irgendwie müssen ja schließlich all die Waren, die wir heute bestellen und spätestens morgen haben wollen, von A nach B kommen. Und natürlich ist nicht damit zu rechnen, dass es in den nächsten Jahren weniger Fahrzeuge auf den Straßen gibt und die Bahn zu einer echten Alternative wird.

Zum Schluss aber noch eine richtig gute Nachricht: auf den Bericht über die Frauenhaus-Rufbereitschaft haben sich zehn interessierte Frauen gemeldet. Wie schön.

Zum Artikel

Erstellt:
7. Juli 2019, 05:32 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 19sec

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen


Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.