Neue Aufgabe: Stefan Schwiersch wechselt in die Online-Redaktion der HARKE.Fotovision

Neue Aufgabe: Stefan Schwiersch wechselt in die Online-Redaktion der HARKE.Fotovision

Nienburg 06.11.2019 Von Stefan Schwiersch

Zeit für etwas Neues

In eigener Sache: Der langjährige HARKE-Sportchef Stefan Schwiersch wirkt künftig online

HARKE-Mitarbeiter Stefan Schwiersch stellt sich einer neuen Herausforderung: Der langjährige Leiter der Lokalsportredaktion vervollständigt ab sofort die Online-Redaktion der Heimatzeitung. Allerdings nicht, ohne sich aus seinem gewohnten Tätigkeitsbereich zu verabschieden.

Im März 1992 fand ein junger Mann von schlanker Statur und bereits überschaubarer Haardichte nahezu gleichzeitig Beruf und Berufung. Dem Burschen von 23 Jahren öffnete sich unverhofft die Tür zur Lokalsportredaktion – basierend auf einem Vertrauensvorschuss des damaligen Sportchefs und auch des Verlags, schließlich hatte der junge Mann, der kurz vorm Beginn eines Studiums stand, keine allzu weitreichenden journalistischen Referenzen im Gepäck.

Aus dem neuen Mitarbeiter wurde zunächst ein Pauschalist, dann ein Volontär, schließlich ein Redakteur und im Jahr 2000 der neue Sportchef. Nun endet die gut 27 Jahre lange Reise. Ich verabschiede mich von meiner langjährigen Heimat, der Sportredaktion. Mit einem weinenden Auge, selbstredend. Aber auch mit einem vor Neugierde blitzenden: Ab sofort vervollständige ich das dreiköpfige Team der Online-Redaktion der HARKE – und ich freue mich über die Maßen auf die Zusammenarbeit mit meinen neuen Kollegen Kristina Stecklein und Oliver Hartmann.

Schwiersch und Sport, das begann im HARKE-Haus im März 1992 sofort mit viel Input und auch reichlich learning by doing. Erster Textbeitrag war ein Bericht über das Abschneiden Rehburger F-Junioren bei der Bezirksmeisterschaft, erster Termin vor Ort war das damals noch regelmäßig stattfindende Trial in Schinna, das Treffen der geschickten Geländewagenfahrer.

Spannende Persönlichkeiten durfte ich treffen. Aber der Lokalsport im Kreis Nienburg ist die Bühne des Amateursports.

Spannende Geschichten durfte ich erleben in nahezu drei Jahrzehnten. Die spannende Rivalität zwischen dem ASC und Uchte in den Neunzigern. Die unvergessene Heimpremiere der Liebenauer Handballer in der nagelneuen St. Laurentiushalle, dem „neuen Freudenhaus der Oberliga“, wie wir damals titelten. Die Auflösung der ASC-Erstvertretung 2011. Drittliga-Volleyball beim VC Nienburg bis 2016. Diepenauer Faustballer im Einsatz für die Nationalmannschaft bei der WM in Oldenburg. Sah aber auch spannende Events verschwinden: das Volleyballturnier „Kleine Nienburgerin“, Rallycross in Haßbergen, Radsport bei der „Citynacht“.

Ich durfte Nienburger begleiten, die Karriere machten. Besuchte Jens Todt nach dem Bundesliga-Aufstieg in Freiburg, Superpilot René Rast in Oschersleben. Außergewöhnliche Persönlichkeiten durfte ich treffen. Lernen durfte ich beim Besten, der damalige Sportchef Tom Junkersdorf machte später Karriere als Chefredakteur der „Bravo“, verantwortete zuletzt das Hochglanzmagazin „GQ“.

2005 schüttelte ich Franz Beckenbauer die Hand; das Organisationsteam der WM hatte im Vorfeld der Weltmeisterschaft 2006 sogar DIE HARKE ins hannoversche Rathaus zum Come-together eingeladen. Nicht minder spannend: die Begegnung mit Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus in Nienburg als Referentin im Berufsinformationszentrum oder auch mit Trainer Mirko Slomka; 2011 bat mich der SC Uchte, nach dem 96-Gastspiel im Sandbergstadion die Pressekonferenz zu leiten.

Nette Ausreißer. Lokalsport im Kreis Nienburg ist jedoch die Bühne des Amateursports, er ist und bleibt unser Tagwerk. Damit einher ging stets die Frage: Wie streng dürfen wir den hiesigen Sport beurteilen, wie kritisch dürfen wir sein? Der Sport im Kreis Nienburg ist schließlich ehrenamtlich, und das war und das ist zu respektieren. Geschichten liefert der Sport-Kreis Nienburg seit jeher reichlich: Top-Teams auf dem Weg zum Meistertitel begleiten, Abstiege analysieren, Akteure porträtieren. Und immer wieder mit Menschen in Kontakt zu treten. Spieler, Funktionäre, Fans. Am Telefon, persönlich, auch mal per Skype im Falle des damaligen Thailand-Profis Björn Lindemann.

Jetzt, nach mehr als 27 Jahren, ist der richtige Zeitpunkt gekommen, um ein neues Abenteuer zu beginnen. Journalismus wird digital, wer sich heute online nicht zukunftsorientiert aufstellt, wird den Anschluss verlieren. Es gilt, alle wichtigen digitalen Verbreitungswege zu bespielen: Homepage, soziale Medien. Es gilt, schnell zu sein. Es gilt, mit Print und Online alle Zielgruppen zu erreichen. Es gilt, auf einen Wandel vorbereitet zu sein, der die gesamte Branche vor Herausforderungen stellt.

Erneut, wie 1992, erhalte ich einen Vertrauensvorschuss meines Verlages. Und wie damals werde ich mein Bestes geben, um dieses Vertrauen zu rechtfertigen.

Abschließend meine Bitte: Bleiben Sie dem Lokalsport gewogen. Besuchen Sie mich aber bitte auch im Netz. Vielen Dank für Ihre Treue,

Stefan Schwiersch

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Erstellt:
6. November 2019, 04:12 Uhr
Lesedauer:
ca. 3min 06sec

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