Wietzen 10.02.2017 Von Die Harke

Zeitreise durch Wietzens Landwirtschaft

„Kino“- Nachmittag beim Dorfkulturkreis – Ausschnitte aus Super-Acht-Filmarchiv von 1946

Kinotag beim [DATENBANK=949]Dorfkulturkreis Wietzen[/DATENBANK] mit Zeitreise: [DATENBANK=2230]Vorsitzender Wilhelm Lüdeke[/DATENBANK] hat mit Ausschnitten aus dem Super-Acht-Filmarchiv seines Vaters von 1946 den Wandel der Landwirtschaft im Dorf dokumentiert. Zur Vorbereitung auf den Nachmittag hatte er die alten Filme digitalisiert. Was gab es zu sehen? Kartoffelkäfer-Absuchen im Nachkriegsjahr, Feldbestellung mit Pferd und Pflug, die ersten stolz präsentierten Traktoren der 1950er- und 1960er-Jahre, Schweine- und Milchviehhaltung in den 1980ern.

„Guck mal, das ist ja …“, habe es manches Mal beim Wiedersehen mit alten Bekannten oder jugendlichen Darstellern geheißen, die jetzt ergraut im Publikum saßen, sagt Lüdeke. 1959 hatte Heinrich Lüdeke den Wietzener Dorf-Tierarzt Dr. Werner Hüneke mit der Kamera begleitet – vom Anruf auf dem schwarzen Wählscheiben-Telefon bis zum Prost mit einem „Kurzen“ nach erfolgreicher Operation in der Stallgasse.

Wie das knapp 60 Jahre später aussieht, wenn es heißt „De Tierarzt mut kamen“, dokumentierte Sohn Steffen mit einem neuen Dreh über den Praxis-Nachfolger in dritter Generation, Jan-Hennig Kahrs: Dieser verfügt über eine neue Ausrüstung, ist aber immer noch unter der gleichen Rufnummer wie auf der Wählscheibe von damals zu erreichen. Und was sich in Sachen Land- und Gülletechnik getan hat, zeigten Filmsequenzen aus dem Lohnbetrieb Biermann-Wietzen ebenso wie beeindruckende Drohnenaufnahmen von der aktuellen Mais- und Rübenernte.

Den Strukturwandel in der dörflichen Landwirtschaft thematisierte Lüdeke Senior bereits im Jahr 1993 mit vielen Hof-Interviews. Betriebe, die hunderte Jahre Familien ernährt hatten, existierten oft nur noch im Nebenerwerb. Wie sich die Zahlen in den vergangenen Jahrzehnten entwickelt haben, hatte Wilhelm Lüdeke dann aktuell für den Film beim statistischen Landesamt recherchiert: 1949 gab es in Wietzen samt Ortsteil Holte 291 landwirtschaftliche Betriebe, 2010 nur noch 45.

Der Kuhbestand schrumpfte von 1 087 auf 340, Betriebe mit Milchvieh von 80 auf neun. Sauenhaltung gab es 1949 auf 88 Höfen (Bestandzahl 1069), 2010 waren es nur noch acht (allerdings mit Bestandzahl 892).

Nicht nur die Arbeit in der Landwirtschaft, auch den Erntedank haben Lüdekes mit der Zeitreise durch Wietzens bäuerliche Landwirtschaft festgehalten. Und das wird trotz Strukturwandels und Hightech-Maschinen immer noch ganz traditionell mit vielen buntgeschmückten Festwagen und Dank in der Kirche gefeiert.

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Erstellt:
10. Februar 2017, 21:00 Uhr
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