Paul Hill/Fotolia

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Hassel/Nienburg 27.02.2019 Von Andreas Wetzel

Zeitungszusteller als Hinweisgeber

32-Jähriger aus Hassel muss sich wegen Unfallflucht vor Gericht verantworten / Gutachter soll Unfallspuren untersuchen

Ein 32-jähriger Mann aus Hassel musste sich jetzt vor dem Amtsgericht Nienburg verantworten, weil er im Januar 2018 mit seinem Pkw in Hoya auf der Lindenallee einen Unfall verursacht hatte und anschließend flüchtete, ohne seine Personalien zu hinterlassen. In den frühen Samstagmorgenstunden hatte der Angeklagte seinen Angaben zufolge gemeinsam mit einem Bekannten die Lindenallee aus Richtung Deichstraße in Richtung Knesestraße befahren, als er kurz vor der Einmündung den auf der rechten Seite abgestellten Wagen streifte und Lackschäden auf der linken Seite verursachte und den Außenspiegel abfuhr. Anschließend fuhr er weiter, ohne sich weiter um den Schaden zu kümmern bis zur Kreuzung Knesestraße, hielt einen Augenblick an der Kreuzung und bog dann nach links in Richtung Lange Straße ein. Von dort fuhr er über die Lange Straße über die Schwarze Straße davon.

Sein Pech: Zum fraglichen Zeitpunkt waren Zeitungszusteller vor dem Magro-Markt damit beschäftigt, ihre Zeitungen auf Fahrräder zu laden, als sie ein Unfallgeräusch in der Lindenallee hörten und kurz darauf den Pkw an der Kreuzung stehen sahen. Als das Auto die Lange Straße erreicht hatte, notierten sich die Zeitungszusteller das Kennzeichen, weil ihnen das Geräusch zuvor komisch vorgekommen und sonst kein Fahrzeug unterwegs war.

Am nächsten Tag hatte dann der Hasseler Anzeige bei der Polizei erstattet, dass sein Fahrzeug auf der Deichstraße geparkt hatte und dieses dort beschädigt worden sei. Schon bei der Anzeigenaufnahme hegte die Polizei den Verdacht, dass hier etwas nicht in Ordnung sein könnte, denn so wie der Angeklagte den Unfall geschildert hatte, konnte er sich nicht zugetragen haben.

Zwei Tage später lasen die Zeitungszusteller einen Aufruf in der Zeitung mit der Bitte um Hinweise zur Unfallflucht in der Deichstraße. Sie meldeten sich bei der Polizei und schilderten ihre Feststellungen einige Tage zuvor.

Bei der Gerichtsverhandlung machte der Angeklagte zunächst keine Angaben.

Der aufnehmende Polizeibeamte gab an, dass schon bei der Anzeigenaufnahme Zweifel an der Schilderung des Angeklagten aufkamen.

Auf die Frage des Gerichtes, ob denn die Unfallspuren miteinander verglichen wurden, verneinte dies der Polizeibeamte, sodass das Gericht auf Antrag der Staatsanwaltschaft das Verfahren aussetzte und nunmehr ein Gutachten eingeholt werden soll, ob die Unfallspuren an den Fahrzeugen übereinstimmen und zueinander passen könnten.

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Erstellt:
27. Februar 2019, 21:00 Uhr
Lesedauer:
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