Der Verein Alte Schule Magelsen will das Leben im Ort zwischen 1930 und 1950 aufarbeiten. Für den 31. März ist eine Ausstellung geplant. Achtermann

Der Verein Alte Schule Magelsen will das Leben im Ort zwischen 1930 und 1950 aufarbeiten. Für den 31. März ist eine Ausstellung geplant. Achtermann

Magelsen 17.03.2019 Von Horst Achtermann

Zeitzeugen gesucht

Verein Alte Schule Magelsen will das Leben im Ort zwischen 1930 und 1950 aufarbeiten / Ausstellung am 31. März

Noch ungeordnet, auf zusammengeschobenen Tischen verteilt, finden sich Bücher, Fotos, Zeitungen, Broschüren und andere Aufzeichnungen aus den Jahren 1930 bis 1950. In dem Raum, in dem Lehrer Möhle 1936 mit dem Rohrstock Regie führte, hat der 2007 gegründete Verein „Alte Schule Magelsen“ sein Zuhause. „Eine Art Dorfgemeinschaftshaus zur Heimatpflege, Erhaltung und Förderung der Dorfgemeinschaft“, sagte Hartmut Westermann damals bei der Einweihung; mit 15 000 Euro finanzieller Unterstützung durch die Gemeinde Hilgermissen.

„Wir haben einen Nutzungsvertrag abgeschlossen“, ergänzt Vorsitzender Wilken Brüns. Interner Streitpunkt sei immer noch die Alte Schule, denn diese stand ursprünglich neben der Kirche. Bei dem großen Brand 1892 in Magelsen, bei dem über 20 Gebäude abbrannten, entstand hier auf der freien Fläche im Jahr 1898 die Villa Clüver, zum Siebenmeierhof Magelsen gehörend. Im Gemeindebesitz ist sie seit Anfang der 1930er Jahre.

Der von der Landwirtschaft geprägte Ort Magelsen beherbergte in der Nachkriegszeit etwa 80 landwirtschaftliche Betriebe, heute seien es noch elf; mit Nebenerwerb. „Wir wollen vergleichen, wie war es früher, wie sah es in der kleinen Gemeinde Magelsen gegenüber heute aus und haben dazu Belege gesammelt.“ Wilhelm Meyer spricht damit das Thema der geplanten Ausstellung am Sonntag, 31. März an. Magelsen im Zweiten Weltkrieg davor und danach.

In einem Zeitungsbericht beschreibt Bürgermeister Dieter Friedrichs Kindheitserlebnisse über den Zweiten Weltkrieg: „Aus der Sicht eines Sechsjährigen“. Vorstandsmitglied Werner Lauter zitiert aus dem Tagebuch von Tante Ida „Als Flüchtling in Magelsen“, mit dem unvergessenen Aufenthalt im Pastorenhaus. Mit Lebensmittelmarken sei es auch nicht einfach gewesen. Hermann Boymann: „Was nützen Marken, wenn keine Waren da waren?“ Ein Kaufmann, ein Bäcker, das war es. Drei Hausschlachter waren in den Wintermonaten bei den Selbstversorgern tätig, im Sommer arbeiteten sie als Maurer.

Karl-Heinz Rengstorf aus Oiste hat eine Hofkarte von 1936 mitgebracht. „Ein Vierjahresplan gibt Kenntnis, was alles in vier Jahren, landwirtschaftlich gesehen, geleistet werden musste. In der Landwirtschaft der DDR war es der Fünfjahresplan, erzählt Rengstorf in der Runde. Interessant seine Darstellung: 25 Prozent der Betriebe waren Bauern (mit 7,5 Prozent Hek-tar erbhoffähig), der Rest sind Landwirte.

Fotos aus dem Zweiten Weltkrieg wurden von Horst Plack aus Obernhude (Frankreich) und Johann (Vater von Hartmut Westermann) aus Russland und Lettland der Ausstellung zur Verfügung gestellt.

Am 31. März haben die Frauen und Männer der „Alten Schule“ auch wieder den beliebten Butterkuchen mit Kaffee vorbereitet, von 14 bis 18 Uhr können sich die Besucherinnen und Besucher stärken.

Zum Artikel

Erstellt:
17. März 2019, 16:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 17sec

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen


Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.