Dr. Torsten Eichenauer mit dem Flyer für das Zentrum für Neuromodulation. Foto: Helios

Dr. Torsten Eichenauer mit dem Flyer für das Zentrum für Neuromodulation. Foto: Helios

Nienburg 17.05.2021 Von Die Harke

Zentrum für spinale Neuromodulation bietet neue Möglichkeiten für Schmerzpatienten

Neurochirurg Torsten Eichenauer setzt auf Rückenmarkstimulation

Wenn konventionelle Behandlungsmethoden bei chronischen Schmerzen keinen Erfolg mehr bringen, kommen die invasiv-operativen Verfahren der Neuromodulation zum Einsatz. Neurochirurg Torsten Eichenauer setzt dabei auf die Methoden der sogenannten intrathecalen Medikamentenpumpen, der Rückenmarkstimulation und der peripheren Nervenstimulation.

Durch das neu gegründete Zentrum für spinale Neuromodulation profitieren nun auch Patientinnen und Patienten aus der gesamten Region und auch aus anderen Helios-Häusern von seiner Kompetenz.

Chronische Schmerzen sind eine Belastung, die das Leben der Betroffenen stark einschränken – vom Verlust von Aktivitäten und sozialen Kontakten bis hin zu Depressionen und Berufsunfähigkeit. Doch soweit muss es nicht kommen. „Durch die invasiv-operative Schmerztherapie können wir Patienten helfen, bei denen konservative Therapien wie Tabletten, Physiotherapie oder Entspannungsübungen keine Wirkung mehr erzielen“, erläutert Neurochirurg Dr. Torsten Eichenauer. Er ist nicht nur Oberarzt der Helios-Kliniken Mittelweser, sondern auch ärztlicher Leiter des Medizinischen Versorgungszentrums Nienburg.

Zentrum versorgt Schmerzpatienten aus der gesamten Region

In Kooperation haben beide Einrichtungen das Zentrum für Neuromodulation ins Leben gerufen, das Schmerzpatienten aus der gesamten Region versorgt. Das Zentrum ist auch Anlaufstelle für Patienten aus anderen Helios-Häusern, die im ersten Schritt auch ein Vorgespräch per Videooder Telefonsprechstunde nutzen können.

„Wichtig sind das Gespräch und eine ausführliche Untersuchung des Patienten, um eine geeignete Behandlung zu finden. Auch können wir so Patienten erkennen, bei denen die Wahrscheinlichkeit, von einem Eingriff zu profitieren, zu gering ist“, so Eichenauer.

Kommt die spinale Neuromodulation zum Einsatz, werden unterschiedliche Methoden eingesetzt. Durch die Implantation von intrathecalen Medikamentenpumpen, die nicht nur bei chronischen Schmerzen, sondern auch bei nicht beherrschbaren Spastiken eingesetzt wird, wird der Wirkstoff direkt in das Nervenwasser abgegeben, so dass eine bessere Wirkung bei gleicher Dosierung im Vergleich zur Tablettengabe erzielt wird. Positiver Nebeneffekt: Es treten deutlich weniger Nebenwirkungen auf.

Rückenmarkstimulation bei nicht anders therapierbaren Schmerzen

Das Verfahren der Rückenmarkstimulation findet Anwendung bei nicht anders therapierbaren Schmerzen im Rücken, Bein oder Arm, dem chronisch-regionalen Schmerzsyndrom sowie bei Gefäßverschlüssen im Bein. Über die Lendenwirbelsäule wird eine Elektrode eingebracht, die mit einem externen Stimulator verbunden ist.

Alternativ erfolgt die Implantation einer Elektrode durch eine Operation im Bereich der unteren Brustwirbelsäule. Über diesen wird ein leichter elektrischer Strom programmiert, durch den das Rückenmark stimuliert wird, sodass die Weiterleitung der schmerzhaften Impulse zum Gehirn gehemmt wird. Kommt es in einer Testphase zu einer deutlichen Schmerzreduktion, dann wird der externe Schrittmacher entfernt und ein kleiner Stimulator unter die Haut implantiert.

Bei der peripheren Nervenstimulation wird bei chronischen Schmerzsyndromen angewandt, die eindeutig einem bestimmten Nerv zugeordnet werden können. Beispiele sind unter anderem ein Trauma oder eine Operation mit Nervenverletzung. Die Schmerzen können im Bereich des Gesichts, des Kopfes oder auch der Leiste liegen.

Interessierte Patienten können über die Telefonnummer oder E-Mail-Adresse des Medizinischen Versorgungszentrums einen Termin für ein persönliches Erstgespräch oder auch eine Video- oder Telefonsprechstunde vereinbaren.

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Erstellt:
17. Mai 2021, 16:15 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 28sec

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