Gefährdet: die Bekassine. Foto: Rolf Nussbaumer/Danita Delimont - stock.adobe.com

Gefährdet: die Bekassine. Foto: Rolf Nussbaumer/Danita Delimont - stock.adobe.com

Landkreis 18.07.2020 Von Die Harke

Ziel: Tier- und Pflanzenarten besser schützen

Grünen-Abgeordnete Keul und Limburg: Volksbegehren „Artenschutz“ kann ab sofort unterschrieben werden

„Klimakrise und Artensterben machen keine Corona-Pause“, erklären die Bundestagsabgeordnete Katja Keul und der Landtagsabgeordnete Helge Limburg von Bündnis 90/Die Grünen. Die Hälfte von 11000 Tier- und Pflanzenarten in Niedersachsen seien bedroht. In den ausgeräumten Landschaften fehle es an ausreichend Lebensraum.

Artenschutz brauche mehr Vielfalt in der Landschaft, mehr Hecken, Blühflächen, Grasstreifen am Wegrand und Feldgehölze. Gerade der Schutz von Wiesenvögeln brauche mehr Grünlandschutz, weniger Pestizide und mehr naturnahen Wald.

Vogelarten, die auf Grünland brüten (Wiesenvögel) weisen dramatische Verluste auf. So hat der Bestand der Bekassine, die auf Feuchtgrünland und Moore angewiesen ist, seit den 80er-Jahren um über 80 Prozent abgenommen. Ihr Lebensraum wurde zum Teil in Acker umgewandelt oder er wird so intensiv genutzt, dass Bekassine, Großer Brachvogel, Uferschnepfe, Kiebitz und andere keine Jungen mehr aufziehen können.

„Weniger Dünger und Pestizide sowie eine spätere Mahd sind daher unerlässlich für den Artenschutz“, so Limburg in der Pressemitteilung.

Dort, wo die Landwirtschaft durch Umweltschutzauflagen eingeschränkt ist, sehe der Gesetzesentwurf Erschwernisausgleich und Ausgleichszahlungen, etwa bei den Gewässerrandstreifen, zwingend vor.

Diese geschützten Gewässerrandstreifen von beiderseits fünf Metern gibt es bislang nur für die größeren Gewässer. Mit dem Gesetzesentwurf sollen auch die Gewässer dritter Ordnung, die etwa 80 Prozent aller Fließgewässer in Niedersachsen ausmachen, entsprechend geschützt werden.

„Wettbewerbsnachteile beziehungsweise geringere Erträge der Landwirte müssen finanziell ausgeglichen werden, denn Artenschutz kann nur mit der Landwirtschaft gemeinsam gelingen“, so Keul.

Das Volksbegehren wurde gemeinsam vom Deutschen Imkerbund, dem NABU und den niedersächsischen Grünen initiiert und wird von über 160 Bündnispartnern unterstützt.

Seit Anfang Juni sammelt das Bündnis Unterschriften und Adressen und in den nächsten Wochen wird es Aktionen in den Gemeinden geben. Unterschriftenlisten gibt es im Grünen Büro in der Wallstraße 2a in Nienburg, sowie in der Apotheke am Goetheplatz in Nienburg.

Die Listen können auch direkt unter material@artenvielfalt-niedersachsen.jetzt bestellt werden. Online kann nicht unterschrieben werden und pro Bogen sind nur Unterschriften aus der gleichen Samtgemeinde, Flecken oder Stadt gültig. Die ausgefüllten Listen sind dann beim zuständigen Einwohnermeldeamt abzugeben.

Weitere Informationen gibt es im Internet unter der Adresse www.artenvielfalt-niedersachsen.jetzt.

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Erstellt:
18. Juli 2020, 20:06 Uhr
Lesedauer:
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