Die Teilnehmerinnen der Exkursion ins „Haus der Religionen“ in Hannover. Bauer

Die Teilnehmerinnen der Exkursion ins „Haus der Religionen“ in Hannover. Bauer

Landkreis 09.06.2017 Von Die Harke

Zu Gast im „Haus der Religionen“

Interkulturelle Frühlingsreihe „Blickwechsel – Frauen und Migration“ endete mit Exkursion nach Hannover

Mit einer Exkursion ging die Interkulturelle Frühlingsreihe „Blickwechsel – Frauen und Migration“ zu Ende. Insgesamt sechs sehr unterschiedliche Veranstaltungen haben die Reihe geprägt, die von [DATENBANK=536]Petra Bauer, Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises Nienburg,[/DATENBANK] und [DATENBANK=1575]Carmen Prummer, Fachdienstleiterin des Fachdienstes Migration und Teilhabe[/DATENBANK], ebenfalls Landkreis Nienburg, konzipiert und durchgeführt worden ist. Der Landschaftsverband Weser-Hunte hat die Reihe gefördert und finanziell unterstützt. Nach einer Vortragsveranstaltung, zwei Lesungen mit Musik, einem Abend der kulturellen Begegnung und des miteinander Feierns sowie einem Filmabend hatten die Veranstalterinnen zum Abschluss zu einer Exkursion nach Hannover eingeladen.

Mit einem Bus ging es für die Teilnehmerinnen in das „Haus der Religionen“. Es ist sowohl ein Ort der Begegnung unterschiedlicher Religionen als auch ein Veranstaltungsort für ein breitgefächertes Angebot interreligiöser Themen. Gleichzeitig ist die Dauerausstellung „Religionen im Dialog“ dort ansässig.

Nach ihrer Ankunft im Haus der Religionen erfuhren die Teilnehmerinnen von Ulrike Duffing, Koordinatorin der Einrichtung, sowohl etwas über die geschichtliche Entwicklung des Hauses als auch über die Bedeutung dieser Einrichtung für die Stadt und die Region Hannover.

So ist das Haus der Religionen das erste Projekt dieser Art in Deutschland. Es wurde bereits mit dem Integrationspreis der Stadt Hannover und dem Friedenspreis des Deutschen Islam-Archivs ausgezeichnet. Es gilt als Veranstaltungsort für interreligiöse Begegnungen aller Art. Es ist interreligiöser Lernort für Kinder, Jugendliche und Erwachsene, für Schulklassen von Klasse 4 bis zum Abitur und zur Berufsschule, für Konfirmandengruppen, für die Bürger und Bürgerinnen in Stadt und Region Hannover.

Geleitet wird es vom Rat der Religionen der Stadt Hannover sowie dem Trägerverein. Gemeinsam mit den engagierten Mitgliedern hat er sich zum Ziel gesetzt, „das Gespräch und den Austausch zwischen den Religionen in Hannover zu fördern.“ Der Oberbürgermeister der Stadt Hannover, Stefan Schostock, ist Schirmherr.

Gemeinsames Ziel aller Beteiligten ist es, dass wir nicht übereinander reden, sondern miteinander!

Ulrike Duffing

Duffing führte in die im Haus der Religionen beheimateten sechs Religionen ein: Bahai, Buddhismus, Christentum, Hinduismus, Islam und Judentum. Die Mitglieder der jeweiligen Religionen treffen sich sowohl zum regelmäßigen Austausch als auch, um religionsübergreifende Veranstaltungen anzubieten. Duffing erläuterte: „Gemeinsames Ziel aller Beteiligten ist es, dass wir nicht übereinander reden, sondern miteinander!“

Und so gestaltete sie die Führung durch die Ausstellung dann auch als Dialog der Religionen. Die Teilnehmerinnen berichteten aus ihren Religionen über Traditionen, Überlieferungen, religiöse Symbole und religiöse Handlungen. „Ich bin erstaunt, wieviel Ähnlichkeiten und Verbindendes es zwischen einzelnen Religionen gibt“, sagte eine Frau. Eine andere Teilnehmerin stellte fest, dass sie selbst über ihre eigene Religion noch Dinge erfahren hat, die ihr neu waren.

Nach der Führung gab es für die Teilnehmerinnen die Möglichkeit, miteinander in den Austausch zu treten beziehungsweise Fragen an die Koordinatorin des Hauses zu stellen. Es entwickelte sich ein reges Gespräch.

Zum Ende des Besuchs bekam jede Frau einen Gegenstand, ein religiöses Symbol in die Hand, um es einer der vorgestellten Religionen zuzuordnen. Auch hier führte das Miteinander zum Ergebnis.

Auf der Rückfahrt bedankten sich Prummer und Bauer bei den anwesenden Frauen für das Interesse, die Offenheit und die vielfältigen Begegnungen und Gespräche. Dabei bezogen sie ihren Dank auf alle Teilnehmerinnen der sechs Veranstaltungen der Reihe. „Bei der Konzeption der Interkulturellen Frühlingsreihe ‚Blickwechsel – Frauen und Migration‘ hatten wir das Ziel, den Austausch zwischen Menschen unterschiedlicher Religionen und Kulturen zu fördern. Wir wollten Menschen, in diesem Fall besonders Frauen, miteinander ins Gespräch bringen“, so Bauer. „Und das scheint uns gelungen zu sein“, ergänzt Prummer.

„Sowohl die Beteiligung der Frauen an den einzelnen Veranstaltungen als auch die persönlichen Rückmeldungen zeigen, dass Begegnung und Austausch zwischen den Frauen aus unterschiedlichen Herkunftsländern und Religionsgemeinschaften gewünscht und gelebt wird.“ Sie wies auf das Fastenbrechen der Moscheen im Juni hin und ermunterte die Teilnehmerinnen, sich doch bei einer der muslimischen Gemeinden dazu einzuladen.

Prummer und Bauer verabschiedeten die Gäste in Nienburg, mit der Bitte, auch weiterhin Multiplikatorinnen für den Austausch der Religionen und Kulturen zu bleiben.

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Erstellt:
9. Juni 2017, 21:00 Uhr
Lesedauer:
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