13.04.2014

Zu Ostern gibt‘s Spargel

Am kommenden Mittwoch offizielle Saisoneröffnung mit Landvolk-Präsident Hilse

Edda Hagebölling

Rohrsen/Haßbergen. Wenn das kein Timing ist: Rechtzeitig zu Ostern wird es den echten Nienburger Spargel in ausreichender Menge geben. „Wenn nicht noch ein Wintereinbruch kommt“, so Fritz Bormann, Sprecher der Arbeitsgemeinschaft „Nienburger Spargel“, schmunzelnd. Doch damit rechnet er nicht wirklich. Allerdings waren die Temperaturen am Mittwochmorgen, als sich die HamS mit dem Landwirt aus Rohrsen auf einem seiner Spargelfelder in Haßbergen traf, alles andere als spargelfreundlich. Und dass der Beginn der Spargelernte 2014 und Ostern zusammenfallen, liegt eher daran, dass Ostern in diesem Jahr recht spät ist.

Offiziell eröffnet wird die Saison für das Edelgemüse mit dem Gütesiegel am kommenden Mittwoch auf dem Gelände der Nienburger Deula. Eigentlich wollte Ex-Bundeslandwirtschaftsminister Hans-Peter Friedrich zum „Spargelanstich“ nach Nienburg kommen. Da der CSU-Politiker in der Zwischenzeit aber der Edathy-Affäre zum Opfer gefallen ist, wird die erste Spargelstange des Jahres jetzt vom Präsidenten des Niedersächsischen Landvolks, Werner Hilse, gestochen.

Um das Wachstum der weißen Stangen ein wenig zu beschleunigen, wenden die Spargelanbauer im Landkreis Nienburg verschiedene Systeme an.

Den ersten Spargel des Jahres bringt in der Regel Carsten Bolte auf den Markt. Er hat seine Spargeldämme mit einer Art Fußbodenheizung versehen und kann die ersten Stangen dadurch im Schnitt vier Wochen vor den anderen ernten.

Fritz Bormann beschränkt sich, wie viele andere Spargelanbauer auch, auf eine Folie mit einer schwarzen und einer weißen Beschichtung. Liegt die schwarze Seite oben, werden die Sonnenstrahlen besser absorbiert. Die Spargeldämme können sich schneller erwärmen, der Spargel wächst schneller. Die Spargelbauern nutzen diesen Vorteil besonders bei kälteren Witterungen, um das Spargelwachstum zu beschleunigen. „Das bringt etwa eine Woche“, so Bormann.

Liegt die weiße Seite oben, werden die Sonnenstrahlen besser reflektiert. Die Spargeldämme erwärmen sich langsamer. Die Spargelbauern nutzen diesen Vorteil besonders bei heißen Witterungen, um das blitzartige Spargelwachstum zu bremsen. „Das ist das Zeichen dafür, dass der Spargelmarkt gesättigt ist“, ergänzt der Experte.

Diese Folie hat allerdings den Nachteil, dass die Dämme erst abgedeckt werden müssen, bevor die Spargelstangen gestochen werden können. Anders dagegen die transparente Anti-Taufolie. Sie ist besonders leicht zu handhaben, denn sie wird einfach einige Wochen vor dem Erntebeginn über die Spargeldämme gespannt und sorgt so für eine schnellere Erwärmung des Bodens. Die Anti-Taufolie beschlägt nicht, der Spargel kann durch die Folie hindurch gestochen werden.

Noch eine Woche mehr bringt die Folie in Verbindung mit den kleinen Tunneln. „Die Tunneltechnik ist sehr zeitaufwändig. Um den Spargel stechen zu können, müssen die Tunnel erst zur Seite geräumt und anschließend wieder aufgestellt werden“, gibt Fritz Bormann zu bedenken.

Die Spargelsaison endet offiziell am 24. Juni. „Ob wir aber wirklich so lange stechen, hängt vom Wetter ab“, so der Sprecher der Arbeitsgemeinschaft „Nienburger Spargel“ gegenüber der HamS.

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Erstellt:
13. April 2014, 00:00 Uhr
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