Große Unterstützung fand die erste Critical Mass in diesem Jahr in Nienburg. „Fahrradverkehr ist Teil des Verkehrsgeschehens und bedarf entsprechender Beachtung“, meint der ADFC. Foto: ADFC

Große Unterstützung fand die erste Critical Mass in diesem Jahr in Nienburg. „Fahrradverkehr ist Teil des Verkehrsgeschehens und bedarf entsprechender Beachtung“, meint der ADFC. Foto: ADFC

Nienburg 01.10.2020 Von Die Harke

„Zu wenig Fortschritte“

Critical Mass fordert Radfahrstreifen am Berliner Ring

Mit knapp 40 Radfahrern war die erste Critical Mass in diesem Jahr in Nienburg für die Teilnehmer eine gelungene Aktion. Pandemiebedingt hatte man in den letzten Monaten auf Unternehmungen mit dem Rad auf den Straßen der Kreisstadt für einen besseren Fahrradverkehr verzichtet. Deshalb war man über die große Beteiligung angenehm überrascht, heißt es in einer Pressemitteilung des Fahrradclubs ADFC.

Seit nunmehr sechs Jahren findet die Fahrradaktion Critical Mass regelmäßig am letzten Freitag im Monat statt. Gestützt wird sie von den Grünen und dem ADFC, unterstützt vom BUND und zuletzt von Fridays for Future. Ziel ist, die Gewichtung des Fahrradverkehrs zu stärken. Radfahrer fordern bessere Verkehrsanlagen und mehr Sicherheit. „Der Fahrradverkehr muss deutlich sichtbarer auf den Verkehrsflächen Berücksichtigung finden“, fordert Berthold Vahlsing vom ADFC. „Breite Straßen für Kraftfahrzeuge ohne Maßnahmen für den Radverkehr sind heute nicht mehr zeitgemäß.“ Radfahrstreifen, Schutzstreifen, Vorrangschaltungen an Ampeln, breite Radwege und keine Holperpisten sollten Pflicht im innerörtlichen Verkehr sein. „Fahrten von Holtorf oder Erichhagen in die Innenstadt können gut mit dem Rad erledigt werden“, so der Sprecher des ADFC. Die Bereitschaft sei da, geeignete Verkehrsflächen nicht.

Die Entwicklung des Fahrradverkehrs sei in Nienburg viel zu zögerlich, schreibt der Verband. Das Engagement der entscheidenden Parteien im Stadtrat sei sehr begrenzt. Auch bei der Stadtverwaltung selbst sei man zu zurückhaltend. „Es gibt zu wenig wirkliche Fortschritte“, meint Vahlsing. Die jüngste Critical Mass hat sich die Hannoversche Straße und den Berliner Ring angesehen. Seit Freigabe des Südrings sollten Verbesserungen an den beiden Magistralen Pflicht sein. Beide Straßen sollten durch die Südumgehung starke Entlastung erfahren. Eine Chance für den Fahrradverkehr für Radfahrstreifen oder geschützte Radwege. Zu sichtbaren Maßnahmen hätte man sich bisher nicht durchringen können.

Mitglieder der Bewegung Friday for Future unterstützten die aktuelle Critical Mass aktiv. Mit einer eigenen Aktion auf dem Posthof in Nienburg informierten junge Engagierte später am Abend über Klimaproblematik und die weltweiten Folgen. Geworben wurde für die Unterstützung des Nienburger Klimawaldes als konkretes Projekt von BUND, Friday for Future und Marion-Dönhoff-Gymnasium. In der Nähe des östlichen Südrings sollen 1000 Bäume und 600 Sträucher angepflanzt werden. Der Vorsitzende des ADFC Kreisverbandes Vahlsing ruft auch hier zur Unterstützung auf.

Der ADFC sammelt noch bis November mit Unterstützung des Bundesverkehrsministeriums Informationen zur Situation des Fahrradverkehrs in den Kommunen. Notwendig sei eine ausreichende Beteiligung. Die Beteiligung sei online unter www.fahrradklimatest.de und in Papierform möglich. Die Bewertungsbögen analog könnten beim ADFC unter info@adfc-nienburg.de angefordert werden. Teilnehmen könnten auch Radfahrer, die nicht in Nienburg wohnen.

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Erstellt:
1. Oktober 2020, 17:50 Uhr
Lesedauer:
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