Noch ist viel zu tun auf der neuen "Neuen Erde" in Nienburg. Hagebölling

Noch ist viel zu tun auf der neuen "Neuen Erde" in Nienburg. Hagebölling

Nienburg 27.07.2019 Von Edda Hagebölling

Zucchini, Kartoffeln, türkischer Spinat

Am 10. August wird im Bereich Nienburger Bruchweg – Havelstraße die neue „Neue Erde“ eingeweiht

Nachdem sie im vergangenen Sommer eher zufällig erfahren hatten, dass das rund 5.000 Quadratmeter große Grundstück, auf dem seit 2004 gemeinsam Obst und Gemüse angebaut wurde, der neuen Südring-Umgehung zum Opfer fallen würde, war zunächst guter Rat teuer bei den Pächterinnen und Pächtern des Gemeinschaftsgartens „Neue Erde“ um Diakonie-Geschäftsführerin Marion Schaper. Mittlerweile gibt es eine neue „Neue Erde“. Am Sonnabend, dem 10. August, um 16 Uhr soll der neue, mit rund 4.000 Quadratmetern deutlich kleinere neue Gemeinschaftsgarten an der Verbindung Nienburger Bruchweg – Havelstraße offiziell eingeweiht werden.

Frauen der ersten Stunde

Dreiviertel der „alten“ Pächterinnen und Pächter sind mit umgezogen. Mit ihnen Christa Brückner und Nasibe Gezme. Beide gelten als Frauen der ersten Stunde, bauen also seit 2004 auf der „Neuen Erde“ Gemüse und Obst für den Hausgebrauch an. Auf die diesjährige Ernte können sie besonders stolz sein, galt es doch, die neue „Neue Erde“ quasi aus dem Nichts aus dem Boden zu stampfen.

Bevor die Parzellen eingeteilt werden konnten, musste die an drei Seiten von Mais umgebene Fläche zunächst maschinell gepflügt und gefräst und trotzdem anschließend noch mühevoll von Hand von all dem wilden Getreide und all den Gräsern befreit werden, die dort aufgelaufen waren. Der von einer Firma errichtete recht stabile Zaun ist zwar an einer Stelle schon wieder niedergedrückt, Marion Schaper und ihre Kolleginnen und Kollegen Janna Kunz und Clemens Becker haben jedoch beschlossen, das ganze erst einmal auf sich beruhen zu lassen.

Auch ahnen sie mittlerweile, woher die Lehmwandlung ihren Namen haben könnte: der Boden des Gemeinschaftsgartens lässt sich nur schwer bearbeiten. „Bei Regen fühlt sie sich an, als wenn man einen Klumpen Ton in der Hand hätte“, so die Geschäftsführerin des Diakonischen Werks. Ihr Tun hatten auch die Mitarbeiter der Firma, die den Brunnen zur Bewässerung der Beete gebohrt hat. Sie wären gerne noch tiefer in die Erde eingedrungen, mussten die Arbeiten aber irgendwann einstellen.

Dennoch ist auch die neue „Neu Erde“ mittlerweile ausgebucht. Alle 26 Parzellen sind vergeben. Träger des Gemeinschaftsgartens ist das Diakonische Werk. Wie berichtet, hat die Diakonie die Fläche im Bereich Nienburger Bruchweg – Havelstraße per Grundstückstausch erworben. Getragen wird das Projekt vom Kirchenkreis und der Stadt Nienburg, die dafür Mittel aus der Klitzing-Stiftung weiterleitet. Weitere Unterstützer findet die „Neue Erde“ in der Bügerstiftung und in Cor Leonis.

Obwohl schon viel geschafft ist, bleibt noch viel zu tun bis zur Eröffnung am 10. August. Die Bauwagen sind schon aufgestellt, es gibt eine Sitzecke mit einem Sonnensegel, und die Kinder der Pächterinnen und Pächter haben im hinteren Bereich des Gartens mit fachmännischer Unterstützung bereits ein Holzschiff gebaut. Die Schiffstaufe erfolgt im Rahmen der Einweihung.

Die – nicht zuletzt wegen ihres Schattenwurfs – schmerzlich vermissten Obstbäume sollen im Herbst neu gepflanzt werden. „Ausschließlich alte Sorten“, so Marion Schaper. Neue Beerensträucher sind ebenfalls vorgesehen. Noch nicht wieder aufgestellt sind der Lehmofen und der Pavillon. Dafür war noch keine Zeit.

Doch es ist auch schon ganz schön grün auf der Neuen Erde. Zuccini, Tomaten, Bohnen, Peperoni oder Auberginen werden ebenso angebaut, wie türkischer Spinat, Radieschen, Gurken, Möhren oder Kartoffeln. Alles ausschließlich ökologisch. Das ist Bedingung.

Die Pächterinnen, die trotz der Hitze zum Treffen mit der HARKE am Sonntag gekommen waren und im Anschluss noch kleine Holzzäune setzen wollten, haben der ganzen Plackerei aber auch schon etwas Positives abgewonnen. „Dadurch, dass das neue Gelände deutlich zentraler liegt und viele Radfahrer und Spaziergänger vorbeikommen, haben wir auch schon viele positive Rückmeldungen bekommen“, so Heidi Tünnermann und Christa Brückner.

Freuen sich auf die Einweihung der neuen „Neue Erde“, haben aber bis dahin noch viel zu tun: Janna Kunz, Marion Schaper, Amel Kasso, Heidi Tünnermann, Christa Brückner, Clemens Becker und Nasibe Gezme. Hagebölling

Freuen sich auf die Einweihung der neuen „Neue Erde“, haben aber bis dahin noch viel zu tun: Janna Kunz, Marion Schaper, Amel Kasso, Heidi Tünnermann, Christa Brückner, Clemens Becker und Nasibe Gezme. Hagebölling

Die Arbeit in der neuen „Neue Erde“ ist wegen der Beschaffenheit des Lehmbodens zwar beschwerlich, Amel Kasso, Christa Brückner und Heidi Tünnermann (von links) lassen sich jedoch nicht entmutigen. Sie sind harte Arbeit gewohnt. Hagebölling

Die Arbeit in der neuen „Neue Erde“ ist wegen der Beschaffenheit des Lehmbodens zwar beschwerlich, Amel Kasso, Christa Brückner und Heidi Tünnermann (von links) lassen sich jedoch nicht entmutigen. Sie sind harte Arbeit gewohnt. Hagebölling

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Erstellt:
27. Juli 2019, 19:52 Uhr
Lesedauer:
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